SPD: Zwei Jahre verschenkt

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Pohlheim (pm). Nach dem Scheitern der Pläne, ein Outlet-Center im geplanten Gewerbegebiet Garbenteich-Ost anzusiedeln, geht die Pohlheimer SPD mit der Koalition aus CDU und Freien Wählern sowie Bürgermeister Udo Schöffmann hart ins Gericht. Die vergangenen zwei Jahre nennen die Genossen in einer Pressemitteilung "unnötig verschenkt". Für die weitere Entwicklung wünsche man sich, dass "die Verfolgung von Prestigeobjekten zur Selbstdarstellung einzelner Personen zukünftig unterbleiben" solle.

"Ende Juni hat Herr Bürgermeister Schöffmann von Dritten für sich erklären lassen, dass sein gewünschtes Prestigeobjekt Outlet-Garbenteich gescheitert ist", schreibt die SPD. Damit stelle sich die Frage, wie das Gewerbegebiet Garbenteich-Ost zukünftig genutzt werden solle.

Gewerbliche Ansiedlungspolitik zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur Erzielung von Steuereinnahmen werde laut Prof. Dr. Ernst-Ulrich Huster grundsätzlich von der SPD begrüßt. Jedoch sollte man hier mittelständischen Unternehmen den Vorzug geben. "Ein Großinvestor mit den Folgen der Abhängigkeit von diesem ist zu vermeiden."

Die SPD äußert die Vermutung, dass Bürgermeister Schöffmann weiterhin hier ein "Prestigeobjekt" platzieren wolle: "Immer wieder wird das Interesse von Großlogistikern publiziert." Ein Logistiker erhalte von der SPD keine Zustimmung. Dieser würde eine deutlich höhere Verkehrsbelastung für die Garbenteicher Bürger sowie insgesamt eine Belastung der Umwelt darstellen. Arbeitsplätze würden bei Logistikunternehmen überwiegend nur im niedrigen Lohnsektor entstehen, schreibt die SPD weiter. Stattdessen favorisiere man Gewerbe, welches die Umwelt möglichst gering belaste und zudem adäquate Arbeitsplätze biete.

Das neue Gewerbegebiet solle möglichst in Nähe zur Autobahn 5 angesiedelt werden. "Die zur Wohnortlage von Garbenteich angrenzende Restfläche des Areals von 40 bis 50 Prozent ist wieder in eine landwirtschaftlich genutzte Fläche umzuwidmen", fordert die SPD. Weitere Gewerbeflächen sind bei Bedarf an anderer Stelle auszuweisen. Hierzu erhoffe man sich in den kommenden Parlamentssitzungen einen offenen Meinungsaustausch.

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