Wiesnfest
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Wegen der Coronakrise fällt das Wiesnfest in diesem Jahr aus.

Nach Absage wegen Corona

Shitstorm gegen Wiesnfest-Veranstalter - "Möchte mein Geld zurück"

  • vonStefan Schaal
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Nach der Absage des Wiesnfests wegen Corona will der Veranstalter die Karten vorerst mit Gutscheinen erstatten. Dagegen regt sich Protest.

In Zeiten der Coronakrise wird sie momentan viel beschworen: Solidarität. Bei Käufern von Tickets für das abgesagte Wiesnfest in Pohlheim wird die Solidarität nun auf die Probe gestellt. Der Veranstalter, die Bill Event GmbH, will die Karten vorerst mit Gutscheinen erstatten. Dagegen regt sich Protest.

In den sozialen Netzwerken, vor allem auf der Facebook-Seite des Wiesnfests, ist ein kleiner Shitstorm gegen die Veranstalter ausgebrochen."Ich will keinen Gutschein", schreibt eine Wiesnfest-Besucherin. "Ich möchte für immerhin acht Karten mein Geld zurück." In einem Kommentar heißt es: "Ihr regt euch über acht Karten auf? Ich habe 40 hier zu Hause liegen."

Mitte März hatte Bill Event noch in Aussicht gestellt, Wiesnfest-Tickets gegen Karten für die im September geplanten Wiesnfeste in Stadtallendorf und Gründau-Lieblos einzutauschen oder auf Wunsch das Geld zurückzuzahlen. Dieses Angebot haben die Veranstalter nun korrigiert. Sie berufen sich auf eine neue Regelung der Bundesregierung, die allerdings noch im Bundestag beschlossen werden muss. "Bis dieses Gesetz verabschiedet wird, appellieren wir weiterhin an Ihre Geduld", bittet der Geschäftsführer der Bill Event GmbH, Carsten Prill, um Verständnis. Möglicherweise, vermutet er, hätten mehrere Kunden die neue Regelung nicht verstanden.

Tatsächlich will die Bundesregierung per Gesetz Veranstalter entlasten, die von der Corona-Krise betroffen sind. Die Auszahlung von Ticketpreisen darf demnach auf das Jahr 2022 verschoben werden. Veranstalter dürfen Karten, die vor dem 8. März erworben wurden, mit einem Gutschein erstatten. Wird der Gutschein bis 31. Dezember 2021 nicht eingelöst, muss der Veranstalter dem Kunden allerdings den Wert auszahlen.

Ticket-Käufer befürchten: "Das Geld ist weg!"

Verbraucherschützer sehen die Regelung kritisch: Gehe der Veranstalter bankrott, blieben Nutzer auf den Kosten sitzen, argumentieren sie. "Was macht man denn mit einem Gutschein, wenn der Veranstalter in Insolvenz muss?", wird auch auf der Facebook-Seite des Wiesnfests gefragt. "Das Geld ist weg!"

Doch es gibt auch Widerspruch - und Aufrufe zu Solidarität. "Dem Veranstalter geht es genauso schlecht aktuell wie vielen anderen Unternehmen auch", schreibt einer zum Beispiel. Gelder seien bereits an Künstler und in die Vorbereitungen des Wiesnfests geflossen. "Zeigt also etwas Fingerspitzengefühl und habt Geduld."

Prill kündigt derweil an, bereits in Kürze das Wiesnfest-Programm für 2021 vorzustellen. "In den vergangenen drei Wochen haben wir in zahllosen Gesprächen die Künstler buchen können. Es wird ein Bombenprogramm."

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