Seniorenbeiratschef hofft auf mehr Aufträge für Glasfaser

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Pohlheim (ul). Der in Grüningen wohnende Roland Fischer wurde im vergangenen Monat zum neuen Vorsitzenden des Pohlheimer Seniorenbeirates gewählt. Als Vorsitzender eines städtischen Gremiums, legt Fischer Wert auf eine gute Telefon und Internetverbindung. Leider ist das zurzeit nicht der Fall.

Fischer wohnt am Ende der Sudetenstraße in Grüningen - damit ist das Kupferkabel für die Datenleitung zu seinem Haus lang und die Daten kommen nicht besonders schnell zu seinem Computer. Fischer versuchte zum Beispiel, sich über die Arbeit der Stadtverordneten in den letzten Monaten zu informieren. Dafür nutzt er das Pohlheimer Informationssystem, um die Sitzungsprotokolle der Ausschüsse, der Stadtverordnetenversammlung und anderer Gremien zu lesen. Es dauere manchmal unerfreulich lange, bis er eine Seite lesen kann. Wenn viele seiner Nachbarn online sind, dann muss Fischer am Ende der langen Kupferleitung lange warten, bis die Daten zu seinem Haus gelangen.

Bürger zögern

Die Pohlheimer Stadtverordneten haben im Dezember 2018 den Ausbau eines neuen Glasfasernetzes beschlossen. Fischer hat sich, wie am Schild in seinem Vorgarten zu sehen ist, gleich zu Beginn der Anmeldemöglichkeit einen der neuen und kostenlosen Glasfaserhausanschlüsse bestellt. Die Pohlheimer Kommunalpolitik hat eine sozialverträgliche Installation eines Glasfaseranschlusses im Werte von circa 1500 Euro jedem der 9300 Haushalte in Pohlheim ermöglicht. Würden alle Haushalte mitmachen, entspräche das einem Gegenwert von ungefähr 14 Millionen Euro. Dieses Geldgeschenk bekämen aber nur diejenigen, die sich vor Installationsbeginn des Glasfasernetzes, anmelden.

Der Glasfaserausbau werde in den einzelnen Stadtteilen begonnen, wenn jeweils mindestens 40 Prozent der Haushalte in einem Stadtteil angemeldet wären. Für Fischer "bedauerlicherweise" hätten sich aus für ihn kaum nachvollziehbaren Gründen, bisher deutlich zu wenige Haushalte für dieses kostenlose Angebot eines Glasfaserhausanschlusses entschieden. Lediglich in Dorf-Güll seien die 40 Prozent bisher erreicht worden. Die gute Vorarbeit der Pohlheimer Kommunalpolitiker werde in der Bevölkerung offensichtlich nur gering geschätzt, meint Fischer. In den Jahren vor diesem einstimmigen Beschluss seien die Politiker wegen der fehlenden modernen Kommunikationstechnik gescholten worden, nun zögerten die Bürger. Die Verweigerungshaltung der Bürger werde Pohlheim auf ungewisse Zeit von der modernen Kommunikationstechnik abkoppeln, fürchtet der Seniorenbeiratschef.

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