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Ein Schnittkurs nur für Frauen

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Von: Roger Schmidt

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Der Obst- und Gartenbauverein Watzenborn-Steinberg hatte eine ungewöhnliche Idee: Nur Frauen durften an einem Schnittkurs teilnehmen. Kam das an?

»An meine Bäume und Sträucher lasse ich meinen Mann nicht dran«: Diese Aussage gehörte zu den oft genannten Gründen der Frauen, die am Samstagnachmittag am erstmals vom Obst- und Gartenbauverein (OGV) Watzenborn-Steinberg angebotenen Schnittkurs nur für Frauen teilnahmen. Da waren die Verantwortlichen um den Vorsitzenden Heinz-Otto Schmidt sichtlich positiv überrascht, 38 Gartenfreundinnen waren dazu zum Funktionshaus gekommen.

Sie wollten von den Baumwarten Klaus Schuh und Axel Schäfer erfahren, wie man den richtigen Schnitt bei Baum und Strauch für ein gesundes Wachstum und viele Früchte setzt. Die werbewirksame Idee für den »Frauen-Schnittkurs« hatte Vorstandsmitglied Reinhold Schunk. Um so mehr freute er sich ganz besonders, dass dieser Gedanke vom Vorstand unterstützt wurde und auf solch großes Interesse beim weiblichen Geschlecht stieß.

Kompost für das Wachstum

»Gutes Werkzeug geht mit durchs Leben« sagte der Experte Schuh gleich zu Beginn, und stellte den Teilnehmerinnen das richtige Werkzeug vor. Eine leichte Gartenschere für den einfachen Schnitt, eine Astschere mit großer Hebelwirkung, für die man wenig Kraft braucht, und eine Baumsäge mit entsprechender Verlängerung für die hohen Äste wurden vorgeführt. Die Frauen machten denn auch gleich die praktische Probe und bewerteten die Geräte nach einfacher Handhabung und Gewicht.

In zwei Gruppen ging es in den benachbarten »Kochsgarten«, in dem erklärt wurde, wo der beste Schnitt an Astknospen zu setzen ist. »Licht für das richtige Wachstum ist essentiell«, erläuterte Schuh. Horizontale und tief treibende Holztriebe entfernte er von unten beginnend mit Baumsäge, Ast- und Gartenschere und zielgerichteten Schnitten.

Beide »Baumchirurgen« verschonten die flachen Triebe, denn sie sind die Fruchttriebe, an denen später das Obst wächst. Verhindert durch regelmäßigen Schnitt werden aber Pilzerkrankungen und Ungezieferbefall. Ein ausreichend großer Bodenring rund um den Baum sollte von Unkraut freigehalten werden. Bei der Neusetzung sollte man ein Drahtgeflecht gegen Wühlmäuse anbringen, so die Expertenempfehlung.

Natürlicher Kompost und Rindenmulch zur Abdeckung rund um den Baum ausgebracht, tut dem Obstbaum beim Wachstum gut. Bis Ende März sei die richtige Zeit für den Frühjahrsschnitt, informierten sie. »Die Natur verzeiht einem kleinere Fehler«, wurde den Frauen die Angst vor vermeintlichen falschen Schnitten genommen.

Im Anschluss gab es Kaffee und süße Teilchen für die Teilnehmerinnen, unter denen neue OGV-Mitglieder begrüßt werden konnten. Dank ging an Klaus Schuh und Axel Schäfer für ihre praktischen und naturnahen Tipps rund um den richtigen Schnitt. Sie bekamen viel Applaus von den Frauen.

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