Factory-Outlet-Centerr

FDP sagt Ja zum Outlet-Center-Plänen

Der Kreisverband der FDP spricht sich für die Planungen zum Pohlheimer Outletcenter aus – vorerst. Die Mitglieder haben darüber abgestimmt.

Gießen (con). Wir sprechen uns hier nicht für oder gegen das Projekt aus, sondern geben eine Empfehlung darüber ab, ob man die Planungen vorerst weiterführen soll", erklärt FDP-Kreisvorsitzender Dennis Pucher zur kurzfristig anberaumten Mitgliederversammlung.

Eingeladen waren Investoren und Mitglieder der Bürgerinitiative gegen das Outlet-Center. "Wir wollen heute beide Seiten anhören, um sprechfähig zu werden", erklärte Pucher die Idee. Oder wie es Wolfgang Greilich formuliert: "Für die Region die richtige Entscheidung treffen". Denn letztlich lautet die Frage: Für oder gegen das Pohlheimer Outlet-Center?

Signal an die Regionalversammlung

Ziel des Abends: Der mittelhessischen Regionalversammlung ein Zeichen geben, in welche Richtung die Liberalen tendieren. Vor einem Monat stimmten die Pohl-heimer Stadtverordneten für das geplante Outletcenter – auch die Vertreter der FDP. Eine Entscheidung, die deutlich über die Stadtgrenzen hinaus wirkt.

Nicht geplant war allerdings ein Streitgespräch zwischen den Befürwortern und den Gegnern. "Wir sind hier kein Paartherapeut, sondern eine politische Partei", sagte Pucher. Dazu stellten Sebastian Sommer und Frank Smajek als Vertreter der Investoren das Projekt vor. Für die Interessen der Bürgerinitiative sprachen Olaf Bappert und Bernd Smarsly.

Bekannte Argumentationslinien

Die lange Diskussion der Liberalen zeichnete sich durch zahlreiche Kontroversen aus, die letztlich die bekannten Argumentationslinien aufgriffen: Viele der Parteimitglieder befürchten negative Auswirkungen auf den Einzelhandel in der Region – aber genauso viele sind der Meinung, das Center könnte zu einer Belebung der Region führen.

Gegenstimmen kamen vor allem von den Gießener Liberalen: Diese warnen vor allem vor möglichen negativen Folgen für die Gießener Innenstadt – immerhin sei die attraktive City auch ein Grund dafür, dass so viele Studenten nach Gießen kämen, sagte Wolfgang Greilich. Was für Erheiterung sorgte: "Weil in den letzten Jahrzehnten bestimmt so viele Studenten wegen der schönen Innenstadt nach Gießen gekommen sind", schallte es Greilich aus dem Plenum entgegen.

Vergleiche mit der Galerie "Neustädter Tor"

Bemüht wurde zudem der Vergleich mit der Galerie "Neustädter Tor" in Gießen: Denn auch da stand zu Beginn die Befürchtung im Raum, das neue Projekt könnte zu einem Sterben des Einzelhandels im Seltersweg führen. Doch genau das Gegenteil trat ein: Der Einzelhandel wartete mit neuen Konzepten auf und die Galerie Neustädter Tor hat bis heute enorme Probleme mit Leerständen.

Abstimmung 18:12

Gleichwohl kam man in der FDP zum Schluss, es gebe noch zu wenig Informationen, um eine abschließende Meinung zu formulieren. So wollte man der FDP-Fraktion in der Regionalversammlung eine Empfehlung geben, wie mit den Planungen zum FOC weiter verfahren werden soll. "Wir sollten dem Ganzen nicht grundlegend entgegenstehen, sondern erst einmal abwarten – so haben wir keine ausreichende Entscheidungsgrundlage", sagte Fabian Schäfer von der FDP Pohlheim.

Damit sei aber nicht gesagt, dass er für das Outlet-Center ist: "Ich bin da noch absolut unentschlossen", sagte er während der Versammlung.

Entsprechend fiel das abschließende Mitgliedervotum aus: 18 Ja- und zwölf Nein-Stimmen sowie zwei Enthaltungen.

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