92 Wahlhelfer unterstützen am Sonntag den Ablauf der Bürgermeisterwahl in Pohlheim. Das Ergebnis ist ab 19.30 Uhr zu erwarten. 	FOTO: DPA
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92 Wahlhelfer unterstützen am Sonntag den Ablauf der Bürgermeisterwahl in Pohlheim. Das Ergebnis ist ab 19.30 Uhr zu erwarten. FOTO: DPA

Mehr als 3000 Briefwähler

Bürgermeisterwahl in Pohlheim: Ein Rekord deutet sich an

  • vonStefan Schaal
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Eine Wahl unter besonderen Corona-Vorzeichen steht am Sonntag in Pohlheim bevor: Während die Inzidenz bei Werten um 300 liegt, entscheiden 14 000 Stimmberechtigte, wer Bürgermeister wird: Udo Schöffmann (CDU) oder Andreas Ruck (parteilos). Worauf müssen sich die Wähler vor dem Hintergrund der Pandemie einstellen?

Müssen die Wähler mit Warteschlangen vor den Lokalen rechnen?

In kleineren Wahllokalen (Aktuelle Informationen zur Bürgermeisterwahl 2020 in Pohlheim und das Ergebnis am Abend finden Sie hier) sei dies möglich, um Andrang und die Verletzung von Abstandsregeln in den Sälen zu verhindern, sagt Wahlleiter Carsten Nowak. In der Aula der Limesschule in Watzenborn-Steinberg zum Beispiel. Um möglichst viel Platz zur Verfügung zu haben, wurden einzelne Wahllokale verlegt: In Dorf-Güll ist man von der Mehrzweckhalle in die Klosterwaldhalle umgezogen.

Wurde über Wahlkabinen im Freien nachgedacht?

Nein, sagt Wahlleiter Nowak. »Aufgrund der Witterungsverhältnisse wäre das schwierig geworden. Das Wahlgeheimnis wäre dann möglicherweise gefährdet. Wir hätten Zelte aufbauen müssen.« Neben der Wahlbenachrichtigung und dem Personalausweis sollen die Pohlheimer daran denken, einen Mund- und Nase-Schutz mitzubringen. »Bisher war es immer auch schön, wenn sich die Wähler noch im Foyer unterhalten haben. Das ist diesmal nicht möglich«, bittet Nowak um Verständnis.

Welche Hygieneregeln sind bei der Abstimmung zu beachten?

Wer in der Wahlkabine sein Kreuz hinter einem der beiden Kandidaten machen will, muss eine Maske tragen. In den Hallen und Bürgersälen sind Abstände von mindestens 1,50 Metern einzuhalten. »Es gelten die selben Hygieneregeln wie beim Einkaufen«, sagt Wahlleiter Carsten Nowak. Die Wahlhelfer werden hinter Plexiglasscheiben sitzen. »Für eine ausreichende Belüftung in den Sälen ist gesorgt«, verspricht Nowak.

Wie viele Briefwahlen sind eingegangen?

Hier ist ein Rekord zu erwarten. 3395 der 14 000 stimmberechtigten Pohlheimer haben Unterlagen für eine Briefwahl angefordert. Wie viele von ihnen ihre Briefwahl am Ende nun auch abgegeben haben, wird sich erst am Wahlsonntag bei der Auszählung zeigen. In der Regel werden mehr als 90 Prozent der angeforderten Briefwahlunterlagen ausgefüllt und wieder abgegeben, sagt Nowak. An der vergangenen Bürgermeisterentscheidung 2014 haben 1271 Briefwähler teilgenommen, sechs Jahre zuvor waren es 712.

Deutet sich damit ein Rekord bei der Wahlbeteiligung an?

Schwer zu sagen, wie viele Menschen am Sonntag die Wahllokale angesichts hoher Corona-Fallzahlen aufsuchen. Fabian Schäfer, FDP-Fraktionsvorsitzender und Wahlhelfer in der Volkshalle in Watzenborn-Steinberg, hofft auf eine Wahlbeteiligung von 65 Prozent. Das dürfte etwas arg hoch gegriffen sein. 2014 lag sie bei 52,3 Prozent, 2008 bei 52,0 Prozent.

Gab es wegen Corona Schwierigkeiten, ausreichend Wahlhelfer zu finden?

Zwar hätten rund zehn Wahlhelfer, die der Risikogruppe angehören, zum Schutz vor Corona abgesagt, berichtet Wahlleiter Nowak. »Dafür haben wir Verständnis.« Doch habe man andere Helfer finden können. Insgesamt werden 92 Ehrenamtliche in den Lokalen den Ablauf der Wahl unterstützen.

In welchen Lokalen und zu welchen Zeiten kann gewählt werden?

Die Pohlheimer können zwischen 8 und 18 Uhr ihr Kreuzchen an der Limesschule, in der Volkshalle, und im Gasthaus Zur Krone in Watzenborn-Steinberg machen, außerdem in der Sport- und Kulturhalle in Garbenteich, in der Dorf-Güller Klosterwaldhalle, in der Kulturellen Mitte in Holzheim, in der Grüninger Limeshalle und im Bürgerhaus in Hausen.

Wie sind bishere Bürgermeisterwahlen in Pohlheim ausgegangen?

Ein Blick in die Historie der Pohlheimer Bürgermeisterentscheidungen zeigt, dass ein Amtsinhaber noch nie abgewählt worden ist. Karl Brückel trat 1979 mit 65 Jahren in den Ruhestand, sein Nachfolger - und übrigens Schwiegersohn - Hermann Georg trat 1996 aufgrund einer schweren Krankheit nicht mehr an. Karl-Heinz Schäfer - 1996 der erste per Direktwahl bestimmte Pohlheimer Bürgermeister - verzichtete 2014 nach 18 Jahren als Rathauschef auf eine weitere Kandidatur. Sämtliche Vorgänger des heutigen Amtsinhabers Udo Schöffmann waren übrigens mindestens 18 Jahre im Amt, wobei Brückel bereits vor Gründung der Gemeinde Pohlheim als Bürgermeister Watzenborn-Steinbergs diente. Was die Parteizugehörigkeit angeht, gab es bisher stets einen Wechsel im Amt mit Brückel (SPD, 1971-1979), Georg (CDU, 1979-1997), Schäfer (SPD, 1997-2015) und Schöffmann (CDU). Letzterer setzte sich 2014 überraschend deutlich mit 56,4 Prozent der Stimmen gegen Karl-Rainer Philipp (SPD, 21,4 Prozent) und Andreas Viertelhausen (Freie Wähler, 22,2 Prozent) bereits im ersten Wahlgang durch.

Wo werden die Ergebnisse der Wahl veröffentlicht?

Die Stadt übermittelt die Ergebnisse auf der Homepage www.pohlheim.de. Diese Zeitung berichtet online in einem Liveticker auf der Seite www.giessener-allgemeine.de. Das Ergebnis ist ab 19.30 Uhr zu erwarten.

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