Die Horlofftalbahn - hier der Bahnübergang in Inheiden - soll reaktiviert werden. 		FOTO: PAD
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Die Horlofftalbahn - hier der Bahnübergang in Inheiden - soll reaktiviert werden. FOTO: PAD

Reaktivierung Horlofftalbahn: Pohlheim will auch Direktverbindung nach Frankfurt - Das sagt der RMV

  • vonStefan Schaal
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Die reaktivierte Horlofftalbahn soll für eine direkte Zugverbindung von Hungen und Lich nach Frankfurt sorgen. Auch Pohlheim will davon profitieren.

Die Stadt Pohlheim hat sich beim hessischen Wirtschafts- und Verkehrsministerium erkundigt, ob die Horlofftalbahn im Rahmen der Reaktivierung auch in Pohlheim halten könnte. Seit wenigen Tagen liegt zu der Anfrage eine Antwort vor.

Staatssekretär Jens Deutschendorf erteilt dabei der Stadt eine Absage - aus technischen Gründen. Eine Verlängerung der Strecke der Horlofftalbahn bis nach Pohlheim erscheint laut Verkehrsministerium als »nicht realisierbar«, heißt es in der Antwort.

RMV: Technisch nicht möglich

Man habe den Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) um eine Einschätzung gebeten. »Dieser hat mitgeteilt, dass heute und auch die künftige Infrastruktur in Pohlheim ein Starten, Enden und Wenden von Zügen der Horlofftalbahn nicht zulässt«, erklärt der Staatssekretär. Das liege darin begründet, dass die Bahnhöfe in Pohlheim nicht mit den erforderlichen Weichen und Signalanlagen ausgestattet sind.

Das Verkehrsministerium weist darauf hin, dass die Züge der Horlofftalbahn so getaktet würden, dass es in der Regel günstige Anschlussverbindungen zu Regionalbahnen aus und in Richtung Gießen gibt. »So können auch Pohlheimer die Züge der Horlofftalbahn mit einmaligem Umsteigen verwenden«, betont Deutschendorf. Darüber hinaus bestünden Reisemöglichkeiten auf der längeren, aber schnelleren Strecke von Pohlheim über Gießen nach Frankfurt.

Besseres Betriebskonzept

Auf Nachfrage dieser Zeitung hatte das Verkehrsministerium im Juli erklärt, dass nicht nur Hungen, sondern auch Lich durch die Reaktivierung der Horlofftalbahn eine direkte Bahnverbindung nach Frankfurt erhalten könnte. Wie das Ministerium außerdem mitteilt, soll die Bahnstrecke nicht nur reaktiviert werden, sondern »zukünftig ein erheblich verbessertes Betriebskonzept« erhalten. Dazu soll die Regionalbahn 47 in der Hauptverkehrszeit im Halbstundentakt und in der Nebenverkehrszeit im Stundentakt von und nach Hungen fahren. »Einzelne Züge in der Hauptverkehrszeit sollen als durchgehende Verbindung von Lich über Hungen bis Friedberg und weiter nach Frankfurt verkehren«, erklärt Pressesprecher Wolfgang Harms. »Das Betriebskonzept des RMV sieht ein Kuppeln und Flügeln (Zugteilung) von Zügen in Beienheim vor.«

Start frühestens im Jahr 2025

Weiterhin bleibt ungewiss, wann der erste Zug auf der reaktivierten Horlofftalbahn fahren kann. Seit Jahren streben die Gemeinden Hungen und Wölfersheim die Wiederinbetriebnahme an.

Das Verkehrsministerium erklärt dazu, dass die Strecke derzeit in keinem betriebssicheren Zustand und daher eine kurzfristige Reaktivierung nicht möglich sei. »Erforderlich sind eine vollständige Instandsetzung und Erneuerung sowie ein Ausbau für eine Streckengeschwindigkeit von 80km/h.« Zudem müsse der Bahnhof Berstadt-Wohnbach zu einem Kreuzungsbahnhof ausgebaut werden. »All dies erfordert entsprechende Genehmigungsverfahren, die von der DB Netz AG derzeit vorbereitet werden.«

Größtes Hindernis derzeit: Die reaktivierte Horlofftalbahn soll einmal von den elektronischen Stellwerken »Gießen-Nidda« und »Reichelsheim« gesteuert werden. Deren Inbetriebnahme ist also Voraussetzung der Inbetriebnahme der Horlofftalbahn. Die Bahn habe dem Ministerium mitgeteilt, dass die beiden Stellwerke 2024 und 2025 ihren Dienst aufnehmen sollen.

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