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Birgit Kolmer (l). und Renate Becker präsentieren die Chronik der Heimatstube. Rechts sind die Plakate vergangener Ausstellungen zu sehen.

Das Pohlheimer Stadtmuseum

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Pohlheim (rge). Die Watzenborn-Steinberger Heimatstube wird 25. Passenderweise am Tag des offenen Denkmals am Sonntag, den 8. September, wird dies in der Ludwigstraße 22 groß gefeiert.

Ab 14 Uhr öffnen sich die Türen und Tore zur Heimatstube, der alten Scheune, dem Hof und dem Garten. Handwerker präsentieren unter anderem das Buchbinderhandwerk, Butter- und Sauerkrautmachen, Kaffeerösten, Wollespinnen und Stricken, Zigarren drehen und Weben. An die Kinder ist beim Töpfern und mit Luftballonfiguren gedacht. Für Musik sorgt die Band CSN-Revival, zudem gibt es hausgemachten Kuchen aus dem Backhaus. Im Heimatmuseum selbst sind aus dem Vierteljahrhundert 64 Plakate der Ausstellungen und Erzählnachmittage zu bewundern.

Das Museumshaus hat eine wechselvolle Geschichte erlebt. Von Johann Georg Burk III. 1900 gebaut, wurde es 1930 an die Gemeinde Watzenborn-Steinberg verkauft. Dort zog die Bürgermeisterei ein. Es wurde umgebaut und erweitert, bis im Jahr 1961 die Bezirkssparkasse Gießen ihre Zweigstelle hier eröffnete. Diese zog 1965 in die neue Filiale "Zur Aue 17". Danach wurde das Gemeindegebäude an Watzenborn-Steinberger vermietet.

Gesellschaftlicher Treffpunkt

Prof. Dr. Georg Erhardt, der bis heute die Geschicke des Ortsvereins der Heimatvereinigung Schiffenberg leitet, hatte in den 1990ern bereits über den Ehrenvorsitzenden und Ehrenbürgermeister Karl Brückel sowie Bürgermeister Hermann Georg Interesse bekundet, dort ein Heimatmuseum zu etablieren. Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten unter Leitung von Helmut Münch und Herbert Fabian wurde die Heimatstube mit ersten historischen Trachten und Utensilien aus Haus und Hof der Watzenborn-Steinberger ausgestattet. Ziel war stets, die historischen Wurzeln der hier lebenden Menschen zu erhalten.

Über die Jahre wurden die Sammlungen umfangreicher, mit einer Sommerküche und sanitären Anlage entwickelte sich die Heimatstube weiter. Ein weiterer großer Ausstellungsraum wurde im Obergeschoss unter Leitung von Otto Philipp geschaffen. Eine Schuster- und Schreinerwerkstatt sowie das "Pohlheimzimmer" wurden bis 2003 eingerichtet. Die Entwicklung von der reinen Heimatstube hin zum Stadtmuseum Pohlheim wurde weiterverfolgt. Aktionen, wie das Hoink-Kochen und die Backhausfeste, waren beliebte Veranstaltungen. Heute ist das Stadtmuseum mit seiner Heimatstube ein kultureller und gesellschaftlicher Treffpunkt, den ein lebendiges Museum ausmacht. Dazu gehören auch die Aktiven des Heimatstuben-Teams um Birgit Kolmer sowie Gruppen, wie der Spinnkreis, der Strickkreis und Veranstaltungen mit den mittlerweile 52 Erzählnachmittagen seit 1992, die Hoffeste und Sonderausstellungen sowie Aktionen für die Ferienspielkinder.

Birgit Kolmer und Renate Becker vom Vorstand präsentierten nun bereits die reichlich bebilderte Chronik. Auf 88 Seiten sind alle Facetten der geschichtlichen Entwicklung der Heimatstube dokumentiert. Berichte haben Hans-Willi Büchler, Hartmut Kolmer, Prof. Dr. Georg Erhardt, Birgit Kolmer, Renate Becker, Tanja Kunzmann, Karin Schlosser, Birgit Kolmer sowie Renate Becker beigesteuert.

Bereits am morgigen Sonntag, 1. September, findet um 15 Uhr ein Erzählnachmittag zum Thema "Wandern" mit Erinnerungen an den Gießener Psychiater und Heimatfreund Prof. Dr. Robert Sommer im Heimatmuseum statt. Durch die musikalische Lesung führt Schauspieler Rainer Hustedt.

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