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Die neue Kita soll auf einer Grünfläche westlich der Einrichtung "Sonnenschein" hinter dem Parkplatz an der Volkshalle entstehen.

Kindergarten

Pohlheimer planen größte Kita im Kreisgebiet

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Der neue Kindergarten in Watzenborn-Steinberg soll 6,8 Millionen Euro kosten. In acht Gruppen wäre Platz für 150 Kinder. Die Einweihung ist im Juni 2022 geplant.

Es wäre mit acht Gruppen die größte Kindertagesstätte im Kreis: Die Stadt Pohlheim plant, eine neue Kita in Watzenborn-Steinberg zu errichten. Diese soll neben der bisherigen Einrichtung "Sonnenschein" auf einer 4500 Quadratmeter großen Fläche entstehen und diese auch ersetzen. Mit 6,8 Millionen Euro wäre es eines der größten Bauprojekte der Stadt in den vergangenen Jahrzehnten.

Ziel müsse sein, das Angebot der Kitas in Pohlheim "zukunftsfähig" zu gestalten, sagte Bürgermeister Udo Schöffmann. In der Kita könnten geschätzt 150 Kinder unterkommen. Die alte Einrichtung in der Kirchstraße stammt aus den fünfziger Jahren, moderne pädagogische Ansätze seien dort schwer zu verwirklichen. "Wir müssen in die Substanz", sagte er. Pohlheim werde laut Prognosen in den kommenden Jahren weiter wachsen. Mit weiteren Neubaugebieten brauche man auch neue Kindergärten.

Pläne für konkrete Gestaltung fehlen

Als Ort ist die Grünfläche westlich der Kita "Sonnenschein" direkt hinter dem Parkplatz an der Volkshalle vorgesehen. Das Projekt soll schnell vorangebracht werden, um noch Fördermittel des Landes in Höhe von zwei Millionen Euro abzugreifen. Die Kita soll daher bereits im Juni 2022 eingeweiht werden. Der Förderantrag muss bis 30. September gestellt werden. "Ein strammes Programm", sagte Ingo Wallbott von der Gemeindeverwaltung.

Pläne für eine konkrete Gestaltung gibt es noch nicht, ein Architektenwettbewerb soll folgen. Das einzige Detail, das der Bürgermeister bekanntgab, ist ein Multifunktionsraum, der von der Kita und von außen erreichbar sein soll. "Tanzgruppen zum Beispiel vom TV 07 und die Mollys könnten dort dann trainieren."

Mehrheit zeichnet sich ab

Ein Großteil der Fläche gehört bereits der Kommune, die Stadt müsste ein 252 Quadratmeter großes Flurstück kaufen. Man habe als Alternative über ein Areal zwischen der Erfurter Straße und dem Erfurter Weg nachgedacht, erklärte Schöffmann. Dort sei der Eigentümer aber nicht bereit, sein Grundstück zu verkaufen.

Für das Vorhaben zeichnet sich im Stadtparlament eine Mehrheit ab. Dies machte am Montag eine gemeinsame Sitzung des Haupt- und Finanzaussschuses sowie des Bau- und des Sozialausschusses deutlich. Neben der Koalition aus CDU und Freien Wählern befürworten auch die Grünen das Projekt weitgehend. "Mitten im Dorf", sagte Reimar Stenzel. "Kein schlechter Standort." Nur in einem Punkt stimmten sie dagegen: Einen Abriss der alten Kita lehnen sie ab, dort sollen Parkplätze entstehen.

Alte Einrichtung "am Ende"

Bisher sei das Bauvorhaben "sehr vage für einen Schulterschluss", sagte Peter Alexander, der Vorsitzende der SPD-Fraktion, die sich der Stimme enthielt. Dass noch keinerlei Gestaltung oder äußere Form vorgelegt werde, sei dürftig, bemängelte auch der FDP-Fraktionsvorsitzende Fabian Schäfer. "Wir entscheiden immerhin über ein Projekt in Höhe von knapp sieben Millionen Euro." Aufgrund der Hanglage sei das Gelände zudem problematisch.

"In Kinzenbach funktioniert die Hanglage wunderbar", entgegnete Schöffmann. Denkbar sei ein Abenteuerspielbereich Ingo Wallbott von der Gemeindeverwaltung wies auf den veralteten Zustand der aus den 50er Jahren stammenden Kita "Sonnenschein" hin. Diese sei schlicht "am Ende". Beispielsweise müsse eine Gruppe die Räume anderer Kinder durchqueren, um zur Küche zu gelangen. Vor allem aber mache eine Sanierung keinen Sinn mehr. "Es würde fast nichts stehen bleiben, außer ein bis zwei Außenwände." Auch das Dach wäre abzubauen. Man müsste das komplette Gebäude energetisch sanieren, die Holzfenster stammen aus den 80er Jahren. "Es wäre finanziell lukrativer, neu zu bauen."

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