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Ein neues Gremium soll die Stadt Pohlheim zukünftig bei der klimaneutralen Versorgung von Neubauten oder auch Gewerbegebieten und Zentren beratend unterstützen.

Pohlheim richtet Klimabeirat ein

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Pohlheim (srs). Pohlheim setzt ein Zeichen für Umweltschutz. Die Stadt ruft einen Klimabeirat ins Leben. Das ehrenamtlich besetzte Gremium soll die Stadt unter anderem bei der klimaneutralen Versorgung von Neubauten, beim Ausbau erneuerbarer Energien und bei der Sanierung von Altbeständen beratend unterstützen. Darüber hinaus will Pohlheim einen hauptamtlichen Klimaschutzmanager in der Verwaltung einstellen. Der Posten ist ausgeschrieben, er ist für den Stellenplan im kommenden Jahr vorgesehen.

Beides wurde am Donnerstag einstimmig im Parlament beschlossen. Der Klimaschutzmanager soll insbesondere ein Konzept für die Stadt erstellen. Einen solchen hauptamtlichen Beauftragten gibt es bereits in Hungen und Gießen.

Jede Fraktion hat die Möglichkeit, eine Person in den Klimabeirat zu entsenden. Außerdem sitzen der Bürgermeister und ein weiteres Mitglied des Magistrats in dem Gremium. Der Beirat kann zusätzliche Experten hinzuziehen und die Bürger im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen involvieren.

Emotionen kochen hoch

Wochenlange Diskussionen um den Klimabeirat finden damit ein positives Ende. Am Donnerstag kochten allerdings noch einmal die Emotionen hoch. Reimar Stenzel von der Grünen-Fraktion verließ mitten in den Diskussionen verärgert die Sitzung. Die Einrichtung des Klimabeirats, ursprünglich ein Vorschlag der Grünen, werde zerredet, beklagte er. Er denke über einen Rücktritt nach. Am Tag darauf versicherte er, weiter im Stadtparlament zu bleiben.

Die Koalition aus CDU und Freien Wählern hatte zunächst abgelehnt, einen Klimabeirat einzurichten, reichte dann aber einen eigenen Antrag für das Vorhaben ein, der nun verabschiedet wurde. Die Fraktionen diskutierten, ob zuerst der Klimaschutzmanager oder der Beirat eingesetzt werden soll. "Wir wollen das Klima schützen und reden nur über Fragen der Geschäftsordnung", kritisierte Stadtrat Ewald Seidler. "Das ist eine typisch deutsche Debatte." Prof. Ernst-Ulrich Huster von der SPD-Fraktion widersprach: "Das ist keine deutsche Debatte. Das ist Demokratie."

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