SPD Pohlheim nominiert Karl-Rainer Philipp

Pohlheim (agl). Die Pohlheimer Sozialdemokraten haben am Mittwochabend in der Garbenteicher Gaststätte »Zum grünen Baum« Karl-Rainer Philipp als Bürgermeisterkandidaten nominiert.

Er erhielt 40 Stimmen bei 44 Anwesenden – es gab in geheimer Wahl zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen. Einen zweiten Kandidaten gab es nicht. Wie die Gießener Allgemeine Zeitung in der vergangenen Woche berichtete, hatten sich bereits Fraktion und Vorstand für den 56-Jährigen als SPD-Kandidaten für die Nachfolge des amtierenden Verwaltungschefs Karl-Heinz Schäfer (ebenfalls SPD) ausgesprochen. Die Bürgermeisterwahl findet voraussichtlich am 28. September 2014 statt.

Landesvorsitzender und mittlerweile Vize-Bundesvorsitzender Thorsten Schäfer-Gümbel ließ es sich trotz des 17-stündigen Verhandlungsmarathons für die Große Koalition in Berlin – bis Mittwochmorgen um 6.10 Uhr – nicht nehmen, am Abend in Garbenteich dabei zu sein. Er bezeichnete Philipps Wahlergebnis als »eindrucksvolle Nominierung«. In Richtung des frisch gekürten Bürgermeisterkandidaten sagte Schäfer-Gümbel: »Du kannst Wahlkampf. Das hast du im jetzt ablaufenden Jahr bewiesen.« Philipp war vor der Landtagswahl am 22. September Wahlkampfleiter des hessischen Spitzenkandidaten. »TSG« wünschte Philipp Kraft, Energie, Cleverness, und Geduld auf einem langen Weg bis zur Wahl.

»Karl-Rainer ist ein Planer. Deshalb bekommt er von mir einen Planer«, sagte Ortsvereinsvorsitzender Dominic Tamme und überreichte Philipp einen Kalender, in dem schon mal der 28. September 2014 als – voraussichtlicher – Termin für die Bürgermeisterwahl eingetragen ist. Von einem »überragenden Ergebnis« sprach Tammes Stellvertreter Horst Biadala.

In seiner Rede vor den Parteifreunden erinnerte Philipp am Mittwoch daran, dass er vor 18 Jahren schon einmal vor der Entscheidung gestanden habe, eventuell als Bürgermeisterkandidat anzutreten. Seinerzeit habe er sich aus persönlichen Gründen dagegen entschieden. Das sei damals richtig gewesen, konstatierte der gebürtige Watzenborn-Steinberger. Diesmal habe er lange gezögert und viele gute Gespräche geführt, ehe er sich zur Kandidatur entschlossen habe. Philipp bezeichnete Amtsinhaber Schäfer als »richtigen Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort«. Doch Schäfer tritt nicht nochmal an.

»Kann mir zwei Amtszeiten vorstellen«

Was seine eigene Motivation für die Wahl 2014 und eine mögliche Amtsübernahme zum 1. Februar 2015 betrifft, so führte Philipp »meine Liebe zu meiner Heimatstadt Pohlheim« an. Für sie engagiert er sich seit mehr als 30 Jahren – »angeregt und gefördert durch den unvergesslichen Karl-Albert Schäfer«.

Seine Schwerpunkte sieht er in Sozial- und Familienpolitik sowie in der Kultur. Er wolle die Ortskerne stärken und vor Verwaisung bewahren, so Philipp. Einer »Zersiedelung unserer Landschaft durch immer mehr und größere Baugebiete« stehe er skeptisch gegenüber. Neue Wohnkonzepte in den Ortskernen hält er für den richtigen Weg. Am Herzen liege ihm auch die Attraktivität für Gewerbetreibende, ein intelligentes Lenken der Verkehrsströme und der Ausbau des öffentliches Personennahverkehrs. Das Betreuungsangebot in den Kindertagesstätten wolle er erweitern. In Pohlheim sollen, so Philipps Ziel, alle erforderlichen Öffnungszeiten angeboten werden. In jedem einzelnen Stadtteil gehe dies nicht, sondern nur Pohlheim-weit.

Anliegen des SPD-Politikers darüber hinaus: Aufsuchende Jugendarbeit, Ferienspielkonzepte überarbeiten, Räume für Jugendliche in allen Stadtteilen, Seniorenpolitik inklusive würdevoller Dementenbetreuung und Sicherung der Arbeit der Diakoniestation und die Bürgerbeteiligung. Was seine persönlichen Eigenschaften angehe, so sagte Philipp: »Ich hasse Unaufrichtigkeit.« Er suche das Gespräch, sei ein Teamspieler, ein emotionaler Mensch und »kein Technokrat«. Schließlich: »Ich bevorzuge den kameradschaftlichen Führungsstil.«

Nachdem das Wahlergebnis verkündet war, gab Philipp zu, gerührt zu sein. Er sprach von einem »ganz tollen Ergebnis« und dankte für das große Vertrauen.

Im Gespräch mit der Gießener Allgemeinen Zeitung sagte der 56-Jährige, er könne sich auch zwei Amtszeiten vorstellen. Bei einem möglichen Amtsantritt im Februar 2015 – bisher steht als weiterer Kandidat CDU-Fraktionsvorsitzender Udo Schöffmann fest – wäre Philipp 57, nach Ablauf der ersten Amtsperiode 63 und zum Ende der zweiten Amtszeit 69.

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