Bis Frühjahr 2023 soll das Gebäude am Fortweg in Watzenborn-Steinberg entstehen, die alten Klassenräume der Limesschule werden dann abgerissen.
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Bis Frühjahr 2023 soll das Gebäude am Fortweg in Watzenborn-Steinberg entstehen, die alten Klassenräume der Limesschule werden dann abgerissen.

Bauarbeiten haben begonnen

Eines der teuersten Bauprojekte im Kreis Gießen: Pohlheim erhält neues Schulgebäude

  • vonStefan Schaal
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Es ist eines der teuersten Bauprojekte im Kreisgebiet: Nach jahrelangen Verzögerungen erhält die Limesschule in Pohlheim für 11,5 Millionen Euro ein neues Gebäude.

Die Arbeiten für eines der teuersten Bauprojekte im Kreisgebiet haben begonnen. Nach jahrelangen Verzögerungen erhält die Limesschule in Pohlheim bis Frühjahr 2023 für 11,5 Millionen Euro ein neues Gebäude, die alten Klassenräume sollen danach abgerissen werden. Notwendig sei der Neubau vor allem aus energetischen Gründen, sagt Schuldezernentin Christiane Schmahl.

Zwei Bagger und eine Walze rollen seit wenigen Tagen nahe der alten Gebäude der Limesschule in Watzenborn-Steinberg. Die Arbeiten für eines der teuersten Bauprojekte der vergangenen Jahre im Kreisgebiet haben begonnen. Vor allem die an der Grundschule unterrichtenden Lehrer dürften ein Wort hinzufügen: endlich. Denn mit dem Start geht ein jahrelanger Kampf für den Ersatzneubau der Limesschule zu Ende.

Kreis Gießen: Limesschule Pohlheim erhält neues Gebäude für 11,5 Millionen Euro

Weihnachten 2013: In den Briefkästen der Landrätin, der Schuldezernentin und weiterer Politiker des Landkreises und in Pohlheim landen Postkarten von Lehrern der Limesschule. Mit Fotos machen sie beispielhaft auf abgefallenen Putz in den Klassenräumen, Risse in Fensterscheiben und den Grundmauern sowie auf Schimmelstellen und herunterhängende Vorhangleisten aufmerksam. Mit den Karten wollen die Lehrer, so schreiben sie damals, in besinnlichen Zeiten »zur Besinnung« aufrufen.

Nun, nach jahrelangen Diskussionen um das Vorhaben auf Kreisebene und mehreren Verzögerungen können die Lehrer und die Schulgemeinde allmählich aufatmen. Bis Frühjahr 2023 soll für 11,5 Millionen Euro ein neues Schulgebäude entstehen. »Was lange währt, wird endlich gut«, sagte Schuldezernentin Christiane Schmahl am Dienstag im Rahmen des ersten Spatenstichs.

Neues Gebäude für Limesschule in Pohlheim: Land Hessen beteiligt sich an den Kosten

Ein Abriss der alten maroden Gebäude war eigentlich bereits für 2018 in Planung gewesen. Für den Kreis sei das Vorhaben aber erst jetzt zu stemmen, erklärt Schmahl die Verzögerungen. Investitionen seien auch in anderen Schulen im Gießener Land notwendig gewesen. Erst durch Fördergelder von Bund und Land aus dem Kommunalinvestitionsprogramm »KIP 2« in Höhe von 7,8 Millionen Euro könne das Vorhaben in Pohlheim nun umgesetzt werden. Der Landkreis beteiligt sich mit 3,7 Millionen Euro an dem Großprojekt.

Die insgesamt 11,5 Millionen Euro seien »gut angelegtes Geld in der am stärksten wachsenden Gemeinde im Kreisgebiet«, sagte die Schuldezernentin. Der Neubau ist vor dem Hintergrund für 400 Schüler ausgelegt, derzeit besuchen knapp 300 Kinder die Limesschule. Aktuell gibt es dort noch drei Klassen pro Jahrgang. Aufgrund der in Pohlheim jedes Jahr deutlich zunehmenden Zahl von Einschulungen werde es an der Limesschule aber bald zu vierzügigen Klassen kommen, ist sich Katharina Hilberg, Leiterin der Grundschule, sicher.

Erforderlich sei der Neubau vor allem aus energetischen Gründen, sagt Schmahl. Die Schule wurde in den 60er Jahren gebaut und verfügt über keine Wärmedämmung. »194 Kilowattstunden pro Quadratmeter für das Beheizen der Schule - das ist eine energetische Todsünde«, sagt die Schuldezernentin.

Kreis Gießen: So soll die neue Schule in Pohlheim aussehen

Architekt Michael Christl gab einen ersten Einblick, wie die neue Schule aussehen soll. Der Haupteingang wird sich zukünftig weiter östlich im Fortweg schräg gegenüber der Adolf-Reichwein-Schule befinden. Dort werden im Erdgeschoss neben dem Foyer auch eine Mensa, Musikräume und die Verwaltung untergebracht sein. Zwei Treppenhäuser und ein Aufzug führen ins Obergeschoss, wo laut Christl »riegelförmig« die Klassenräume angeordnet sein werden. »Jeder Jahrgang wird so gewissermaßen ein eigenes Haus und einen eigenen Zugang haben.« Zukünftig soll an der Limesschule verstärkt klassenübergreifend in Clustern unterrichtet werden.

Der Schulhof werde mit viel Pflanzen im Grünen gestaltet, kündigte Schmahl an. Die bestehenden Bäume blieben erhalten, 31 zusätzliche Bäume sollen gepflanzt werden. »Wir freuen uns riesig über den Neubau«, sagte Schulleiterin Hilberg. Die scheidende Dezernentin setze sich mit dem Projekt ein Denkmal.

Kreis Gießen: Kein Unterricht in Containern an der Limesschule Pohlheim

Schmahl erzählte, auf Kreisebene sei in der Vergangenheit über den Verkauf der Hälfte des großzügig angelegten Grundstücks der Limesschule nachgedacht worden. Nun aber zeige sich, dass die Größe im Rahmen der Bauarbeiten ein erheblicher Vorteil ist. Die neue Schule werde errichtet, während die Kinder in den kommenden zwei Jahren weiter in den alten Räumen unterrichtet werden. »Das ist besser als Unterricht in Containern.«

Das alte Schulgebäude wird nach Fertigstellung des Ersatzneubaus abgerissen, bis 2024 soll dann auch der Schulhof neu gestaltet werden.

Stehen bleiben sollen ein Vier-Klassen-Pavillon der Schule und die Turnhalle, obwohl diese seit Jahren wie das Schulgebäude in einem schlechten Zustand ist. Ein Gutachten habe ergeben, dass die Halle im Gegensatz zum Schulgebäude sanierungsfähig sei, sagte Schmahl. Sie deutete an, dass es bis zur Sanierung der Halle aber noch Jahre dauern wird. Und so verbleibt den Lehrern und der Schulgemeinde, die sich jahrelang für den nun begonnenen Neubau eingesetzt haben, doch noch ein Vorhaben, für das sie weiter kämpfen werden.

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