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Start für den Kita-Neubau ist voraussichtlich im September. Die alte Kindertagesstätte an der Kirchstraße ist nicht mehr sanierungsfähig.

Umstrittene Kita-Pläne in Pohlheim

Pohlheim: Kita-Neubau kostet laut Bürgermeister zwölf Millionen Euro

  • vonStefan Schaal
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Nach Irritationen rund um die Pläne für einen Kita-Neubau in Watzenborn-Steinberg hat sich Pohlheims Bürgermeister Andreas Ruck zum aktuellen Stand des Vorhabens geäußert

Pohlheims Bürgermeister Andreas Ruck (parteilos) hat sich zum aktuellen Stand des Kita-Neubaus an der Kirchstraße in Watzenborn-Steinberg geäußert. Das umstrittene Großprojekt mit acht geplanten Gruppen für 150 Kinder werde rund zwölf Millionen Euro brutto kosten, sagte er.

Nach Schätzungen seien für den Kita-Bau allein 10,5 Millionen Euro erforderlich, sagte Ruck während einer Sitzung des Stadtparlaments am Donnerstag. »Wir müssen aber bedenken, dass die Gestaltung der Außenanlagen und die Fertigstellung von Parkplätzen hinzukommen.« Auch die Kosten für den Brandschutz und ein Bodengutachten seien noch nicht berücksichtigt, daher müsse man insgesamt mit 11,5 bis zwölf Millionen Euro rechnen.

Genauere Zahlen stünden spätestens in drei Monaten Ende Juni fest, sagte Ruck. Dann seien die Entwurfsplanung und die Kostenberechnung für das Vorhaben abgeschlossen.

Zweifel an den bisher geschätzten Zahlen äußerte Malke Aydin von der CDU-Fraktion. »Hoffentlich verwechseln Sie nicht brutto mit netto.«

Baustart ist voraussichtlich im September. »Wir sind im Zeitplan«, sagte der Bürgermeister. Ob es eine Kita mit acht oder letztlich doch nur vier Gruppen wird, steht allerdings nach Aussagen von Stadtverordneten der SPD und der Grünen noch nicht fest. Beide Fraktionen haben nach der Kommunalwahl eine Mehrheit im Stadtparlament und könnten eine Koalition bilden, kommende Woche sind erste Sondierungsgespräche vorgesehen. Die Sozialdemokraten haben sich im Wahlkampf für eine Kindertagesstätte mit nur vier Gruppen ausgesprochen. Auch Hiltrud Hofmann von der Fraktion der Grünen hat erklärt, sie bevorzuge eine kleinere Kita in Watzenborn.

Bürgermeister Ruck favorisiert ebenfalls einen Kindergarten mit vier Gruppen. Aktuell aber, betonte er am Donnerstag, habe der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 27. Juni 2019 Bestand, wonach an der Kirchstraße mit acht Gruppen die größte Kita im Kreisgebiet entstehen soll. Die Entscheidung fiel damals wohlgemerkt einstimmig, die SPD enthielt sich, die Grünen votierten für das Großprojekt.

Der Beschluss von Juni 2019 sei weiterhin »die Grundlage des Handelns«, sagte Ruck. »Es ist so, wie es ist. Daher wird ganz normal daran weiter gearbeitet.« Gleichzeitig betrachte er es aber als seine Pflicht, Pläne zu hinterfragen, sich eine eigene Meinung zu bilden, und »im Sinne der Bürger« zu handeln. »Das steht mir frei«, betonte der Bürgermeister. »Natürlich muss man sich aus pädagogischen Gründen fragen: Macht es Sinn, die Kita wie bisher geplant zu bauen?«

CDU und Freie Wähler hatten den Bürgermeister um einen aktuellen Bericht zum Kita-Neubau gebeten, »Es herrscht Verunsicherung«, sagte Andreas Schuch von den Freien Wählern im Stadtparlament. »Wir brauchen hier und jetzt Fakten.«

Ruck hatte in den vergangenen Wochen mit widersprüchlichen Aussagen zum Kita-Neubau für Irritationen gesorgt. So hatte er gegenüber dem Landkreis versichert, dass die Kita wie beschlossen kommen soll, dann aber auf Nachfrage dieser Zeitung erklärt, er habe dem Kreis kein Schreiben zum Kita-Neubau geschickt. »Mir war das Schreiben einfach nicht so präsent«, hatte er daraufhin gesagt. »Ich habe ja nur auf eine Frage des Landkreises mit Ja und zwei Sätzen geantwortet, um die Fördermittelanfrage zu bestätigen.«

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