Mysteriöser Fund

Rätselhafter „Monolith“: Erneut bei Gießen aufgetaucht - Was hat es damit auf sich?

  • vonKim Luisa Engel
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Weltweit tauchen derzeit überall rätselhafte „Monolithen“ auf - zuletzt auch in Pohlheim. Kaum ist die mysteriöse Säule wieder verschwunden, wird eine zweite in Heuchelheim entdeckt.

Auch in Sulzbach tauchte ein „Monolith“ auf. Er ist inzwischen Geschichte.
  • Ein rätselhafter „Monolith“ ist nach Pohlheim im Kreis Gießen auch in Heuchelheim entdeckt worden.
  • Seit Mitte November tauchen weltweit immer wieder ähnliche mysteriöse Stelen auf.
  • Was die „Monolithen“ darstellen sollen und wer dafür verantwortlich ist, ist unklar.

Update vom Dienstag, 22.12.2020, 13:11 Uhr: Im Kreis Gießen ist ein weiterer „Monolith“ aufgetaucht: Eine 1,90 Meter hohe Stele aus grauem Stahl „ziert“ nun eine Streuobstwiese im Heuchelheimer Ortsteil Kinzenbach, wie verschiedene Medien berichten. Was es mit den mysteriösen Säulen auf sich hat, ist bislang nicht geklärt. Etwa einen Monat ist es her, dass der erste „Monolith“ dieser Art in einer Wüste in den USA gefunden wurde - seitdem schossen mehrere Nachahmer weltweit aus dem Boden. Die Säule in Heuchelheim unterscheidet sich in ihrer Beschaffenheit jedoch von ihrem Vorgänger, sie glänzt nicht silbern sondern ist aus matt-grauem, verzinkten Stahlblech. Das Ordnungsamt äußert gegenüber der Hessenschau, dass sie den Monolithen erst einmal stehen lassen wöllten.

Selbst in Hessen wurden vor der Heuchelheimer Stele bereits zwei andere „Monolithen“ gefunden. Der erste Anfang Dezember in Sulzbach, im Main-Taunus-Kreis, der bereits nach drei Tagen von Unbekannten zerstört wurde. Der zweite wurde vor einer Woche in Pohlheim-Watzenborn, ebenfalls im Kreis Gießen, entdeckt. Anders als seine Vorgänger war der Pohlheimer „Monolith“ aus lackiertem Holz gefertigt, doch auch er war kurz nach seinem Auftauchen auf mysteriöse Art verschwunden (siehe unten).

Ungelöstes Rätsel: Ein „Monolith“ ist wie aus dem Nichts in Pohlheim aufgetaucht.

Pohlheim: Mysteriöser Holz-“Monolith“ im Feld ist schon wieder weg

Update vom Dienstag, 15.12.2020, 16:33 Uhr: Wie im Vorfeld prophezeit, ist der rätselhafte „Monolith“, der jüngst auf der Mockswiese in Pohlheim aufgetaucht ist, nun schon wieder verschwunden. Eine Anwohnerin beobachtete gestern gegen 21 Uhr abends ein weißes Auto, welches auf die Holz-Stele zu fuhr, wie sie dem Radio-Sender FFH erzählte. Nach ein paar Minuten sei der „Monolith“ verschwunden gewesen, es seien nur noch die Pflastersteine zurückgeblieben, die die Säule gestützt hatten. Ob die mysteriöse Abhol-Aktion auch vom Schöpfer der Säule durchgeführt wurde, ist unklar. Jedenfalls bestätigte Pohlheims Bürgermeister Udo Schöffman auf Anfrage, dass die Stadt nicht für die Beseitigung des Monolithen verantwortlich sei.

Weltweites Phänomen im Kreis Gießen: Holz-“Monolith“ im Feld aufgetaucht

Erstmeldung vom Montag, 14.12.2020, 15:53 Uhr: Die rätselhaften „Monolithen“, die seit Mitte November überall auf der Welt auftauchen, scheinen plötzlich ganz nah. Nach dem Fund einer solchen Stele nahe dem Schloss Neuschwanstein in Bayern drang das sagenumwobene Metall-Stück jüngst bis nach Hessen vor. Anfang Dezember entdeckten Spaziergänger einen „Monolithen“ auf einem Acker in Sulzbach (Main-Taunus-Kreis). Jetzt könnte es einen weiteren geben: In Pohlheim im Kreis Gießen.

Pohlheim im Landkreis Gießen: Rätselhafter „Monolith“ gefunden

Die schwarze Stele steht in Watzenborn-Steinberg, dem größten Ortsteil der Stadt Pohlheim. Genauer gesagt: auf der Mockswiese nahe der Kindertagesstätte am Watzenborner Steinweg in der Germaniastraße. Entdeckt wurde der mutmaßliche „Monolith“ von einer Anwohnerin.

Ein „Monolith“ im eigentlichen Sinne ist die rätselhafte Säule nicht, besteht sie doch weder aus Stein noch Metall, sondern aus lackiertem Holz, das teils von Klebeband zusammengehalten und von vier Pflastersteinen sowie einem Holzsockel gestützt wird. Rund zwei Meter ragt das gute Stück über den Acker auf und hat so schon den einen oder anderen Spaziergänger angelockt. Sonst ist über den Pohlheimer Monolithen genauso wenig bekannt, wie über dessen Artgenossen.

Mysteriöser „Monolith“: Ursprung in Amerika, Nachahmer weltweit?

Der erste Metall-“Monolith“ wurde Mitte November in der Wüste des US-Bundestaates Utah gefunden. Eigentlich wollten Mitarbeiter der Behörde für öffentliche Sicherheit nur Tiere zählen - statt wilder Dickhornschafe fanden sie jedoch eine mysteriöse, rund vier Meter hohe Stele aus Metall. Drumherum war weit und breit niemand zu sehen, der die Säule hätte aufgestellt haben können, zudem wies der Monolith selbst keinerlei Inschriften oder Hinweise auf.

Noch rätselhafter: Nach ein paar Tagen war die Säule verschwunden, als hätte sie nie existiert. Doch längst hatten sich schon überall auf der Welt Nachfolgemodelle verbreitet - oder haben sie etwa alle denselben Ursprung? Zumindest scheint das Rätsel um die beiden in Amerika aufgetauchten „Monolithen“ gelöst zu sein. Das Künstlerkollektiv „The Most Famous Artist“ postete bei Instagram ein Foto einer weiteren Stele, die im Joshua Tree National Park im Süden Kaliforniens steht. Die Künstler geben an, die Schöpfer dieser Stele zu sein, und auch für die Säule in Utah verantwortlich zu sein. So weit, so gut - doch wie sind die Monolithen in Europa zu erklären?

„Monolithen“: Woher kommen die rätselhaften Säulen?

Nicht nur in Deutschland wurden mehrere Metall-Stelen gefunden, auch in der Stadt Neamt in Rumänien, in den Niederlanden und auf der Isle of Wight gibt es Vertreter. Die „Monolithen“ unterscheiden sich jedoch in Form, Farbe und Qualität von ihren Vorgängermodellen in Amerika – ein Hinweis darauf, dass man es eventuell doch mit Nachahmern zu tun hat? Die Säule nahe des Schlosses Neuschwanstein in Bayern ist jedenfalls längst wieder verschwunden, wohin weiß keiner. Das Verschwinden des „Monolithen“ bleibt ebenso ein Rätsel, wie sein Auftauchen. Das Modell aus Sulzbach wurde von Unbekannten demoliert, Mitarbeiter des Bauhofs entsorgten die Trümmer. Ob ein ähnliches Schicksal auch dem Monolithen in Pohlheim blüht?

Der Ursprung der „Monolithen“ bleibt ungeklärt. Erklärungsversuche tummeln sich gerade in den sozialen Netzwerken viele. Einige vermuten einen harmlosen Scherz hinter der Aktion, andere halten sie für einen cleveren Werbegag. Das australische Comedy-Trio „Aunty Donna“ erklärt in einem Video, verantwortlich für die Stelen zu sein. Sie hätten damit Aufmerksamkeit auf ihre Netflix-Serie „Aunty Donna‘s Big Ol‘ House of Fun“ ziehen wollen, die seit Anfang November verfügbar ist. Ob das jedoch stimmt, ist unklar - offiziell bestätigt wurde die PR-Aktion nämlich nicht.

Rubriklistenbild: © Wiesbaden112.de/dpa

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