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Die Palme von Pohlheim

  • vonPatrick Dehnhardt
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Wer Urlaub unter Palmen machen möchte, der braucht dafür nun nicht mehr Richtung Karibik oder Hawaii aufzubrechen. Es reicht, wenn er sich ein Badetuch und einen Cocktail einpackt und dann auf halbem Weg zwischen Lang-Göns und Holzheim einen Stopp einlegt. Denn dort steht eine Palme.

Das Ganze ist besonders merkwürdig, da das Exemplar praktisch über Nacht aus dem Boden gesprossen ist. Sonst brauchen Palmen deutlich länger, um solch eine Größe zu erreichen.

Die botanische Rarität scheint mit dem rauen Pohlheimer Wind ganz gut zurechtzukommen - was daran liegen könnte, das sie nicht echt ist. Vermutlich stammt sie auch nicht aus der Karibik, sondern einer Fabrik in Taiwan.

Welcher Scherzkeks auch die Idee gehabt haben mag, die Palme dort aufzustellen - sie ist nicht neu. Erich Kästner beschreibt in seinem bereits 1934 veröffentlichten Buch »Emil und die drei Zwillinge«, wie ein Matrose als Scherz eine Palme auf ein winziges Inselchen in der Ostsee stellt. Später erleidet eine neugierige Kindergruppe, die von der seltsamen Palme angelockt wird, genau dort Schiffbruch.

Gut, mangels Meer ist die Schiffbruchgefahr in Pohlheim doch eher gering. Zudem ist der Standort der Palme unpasend gewählt: Die Südsee liegt schließlich bei Heuchelheim. pad/FOTO: PAD

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