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Neun Monate ist es inzwischen her, als Bürgermeister Udo Schöffmann das Ergebnis des Bürgerentscheids bekannt gab. Seitdem ist es ruhig um das Outlet-Projekt geworden.

Outlet-Center

Outlet-Pläne in Pohlheim: Investoren sollen im Juni Auskunft geben - Wird die Öffentlichkeit ausgeschlossen?

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Seit neun Monaten herrscht Stille um das Outlet-Projekt in Pohlheim. Nun wollen die Fraktionen des Stadtparlaments die Investoren und den Bürgermeister befragen. 

Neun Monate liegt der Bürgerentscheid zum geplanten Outlet-Center in Pohlheim zurück - und auch in den Fraktionen des Stadtparlaments wächst die Ungeduld darüber, dass es seitdem keine Informationen zu dem Großprojekt gibt. Am 27. Juni sollen nun die Investoren Jörg Fischer und Frank Smajek sowie Bürgermeister Udo Schöffmann im Rahmen einer Stadtverordnetenversammlung Auskunft zum aktuellen Sachstand geben.

Ist das Outlet-Projekt gestorben?

Darauf haben sich am Donnerstag die Fraktionen mit einem einstimmig verabschiedeten Antrag verständigt.

Sind Gutachten in Auftrag gegeben? Ist das Outlet-Projekt gar bereits gestorben? Diese Fragen stellte Prof. Ernst-Ulrich Huster von der SPD-Fraktion. "Es tut sich derzeit nicht allzu viel", sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Alexander. "Vielleicht kommt es nie zum Outlet-Center. Die Bevölkerung ist an den Entwicklungen höchst interessiert."

Stille seit August 2018

Fraglich ist allerdings, ob Bürger bei der Befragung anwesend sein dürfen. Vertreter der CDU und der FDP erklärten, dass man mit Fischer und Smajek private Vertragspartner befrage und die Öffentlichkeit daher ausgeschlossen werden könnte.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Matthias Jung brachte ins Spiel, dass im Anschluss an die Befragung auch den Bürgern Auskunft gegeben werden sollen. "Sie haben natürlich ein großes Informationsrecht", räumte er ein. Alexander erklärte: An einer weiteren "Geheimniskrämerei" werde man sich nicht beteiligen. "Nicht in diesem Stadium."

Schmidt oder Schmidtchen

Eine Diskussion entbrannte an der Frage, ob nur der Bürgermeister oder auch die Investoren befragt werden sollen. "Wir schlagen vor, man fragt nicht Schmidtchen, sondern Schmidt". Die Investoren könnten am ausführlichsten Auskunft über das Projekt geben. Da Jung den ebenfalls der CDU angehörenden Bürgermeister als "Schmidtchen" bezeichnet hatte, ging ein Raunen durch die Reihen der Fraktionen. Huster entgegnete: "Wenn wir politische Fragen haben, richten wir die an unseren Schmidt. An den Bürgermeister." Selbstverständlich sei es auch hilfreich, wenn die Investoren an der Befragung teilnähmen. Reimar Stenzel von den Grünen pflichtete ihm bei. "Die Stadt hat das Heft in der Hand", erklärte er. "Sie ist der Hauptansprechpartner."

Denkbar knapp scheiterten Ende August vergangenen Jahres die Gegner des Outlet-Projekts. 104 Stimmen fehlten ihnen am Ende, um das Quorum zu erreichen, Seitdem herrscht Stille, der Bürgermeister verweigert jegliche Auskunft.

Auch Investor Jörg Fischer und Vertreter des Outlet-Betreibers Neinver schweigen. Vermutungen, dass das Projekt gescheitert sein könnte, machen seitdem die Runde. Ende Juni könnte sich nun endlich klären, was im Gewerbegebiet Gartenteich-Ost in den nächsten Jahren entstehen soll. (Archivfoto: Häuser)

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