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Landrätin Anita Schneider (r.) und Eckart Schäfer, Direktor der Arbeitsagentur Gießen (2. v. r., vorne), freuen sich über die hohe Fördersumme.

Orientierung auf dem Arbeitsmarkt

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Pohlheim (gdp). Wenn fast eine Million Euro in die berufliche Förderung von jungen Menschen investiert werden, ist dies ein Grund zur Freude. So geschehen nun in der Pohlheimer Adolf Reichwein Schule (ARS), wo Landrätin Anita Schneider und Agenturdirektor Eckart Schäfer die Förderbescheide an fünf Schulvertreter und den Bildungsträger ZAUG GmbH und IBS e.V. überreichten. An der ARS freute man sich besonders, dass die bereits seit sechs Jahren geförderten Berufsorientierungsmaßnahmen nun weitere drei Jahre fortgeführt werden können.

Schneider hob hervor, dass den immer noch zu vielen Schülergruppen ohne Bildung- und Beschäftigungsperspektive mit dem Angebot eine wichtige Hilfe geboten werde. Sie dankte den Schulen, dass sie mit den Coaches Hand in Hand zusammenarbeiten.

Dem schloss sich Eckart Schäfer, Direktor der Arbeitsagentur Gießen an. Es sei wichtig, dass bereits die Schüler in den Klassen 8 bis 10 mit der Ausbildungs- und Arbeitswelt in Kontakt kämen und ihre Befähigungen und Berufswünsche erproben und finden können. Da parallel die Entwicklung und Veränderung des Arbeitsmarktes in rasantem Tempo voranschreite, sollten die "Noch-Schüler" und künftigen Fachkräfte zeitnah dies verstehen, wissen und sich entsprechend qualifizieren. Betriebliche Praktika seien hierbei von unschätzbarem Wert. Die Projektüberschrift "Keiner geht verloren" sei zugleich Aufruf für alle Beteiligten.

Mit der Förderlaufzeit bis 2022 bedeutet dies für die beteiligten Schulen ein hohes Maß an Kontinuität und Planungssicherheit. 636 000 Euro an Fördergeldern steuern das Land Hessen und die Agentur für Arbeit bei, 287 000 Euro stammen aus "Jobagent". Der begleitende Prozess der Berufsorientierung soll Schüler systematisch darin unterstützen, ihre Stärken und Interessen zu erkennen und weiterzuentwickeln sowie praxisnahe Einblicke in die Berufs- und Arbeitswelt zu erhalten.

Wie wichtig und erfolgreich diese Jugendförderung bereits ist, konnte man aus den Praxisberichten der Berufsorientierungscoaches Sabine Schippers, Paul Römer und Marius Wend erfahren. Das weitere, mit 287 500 Euro integrierte Förderprojekt "Jobagent" ist ein Angebot für Menschen bis zum 35. Lebensjahr, die noch Hilfe rund um die berufliche Erst- und Neuorientierung benötigen.

Das mit 25 000 Euro auf den ersten Blick spektakulärste Förderprojekt "E-Design" soll die Schüler befähigen, in Gruppenarbeiten Grundlagen aus den Bereichen Sensorik und Robotik kennen zu lernen, 3D-Objekte (3D-Imaging) zu erstellen und sich mit dem 3D-Druck und weiteren digitalen Werkzeugen zu beschäftigen. Durch dieses praxisorientierte Arbeiten sollen Kompetenzen wie Problemanalyse- und lösungen, aber auch Informationsbeschaffung und Umgang mit Misserfolgen vermittelt werden. Ein erster Testdurchlauf erfolgt derzeit bereits an der Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Lich. Zudem sind seit dem 1. August die ARS Pohlheim, die Clemens-Brentano-Europa-Schule Lollar, die Integrierte Gesamtschule Busecker Tal und die Gesamtschule Gleiberger Land mit im Boot.

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