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Blutspenden in Corona-Zeiten mit viel Abstand wie hier in der Volkshalle in Watzenborn-Steinberg. FOTO: RGE

Blutspende

Blutspenden in der Corona-Krise mit neuem Ablauf

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Mit Beginn der Corona-Krise mussten auch zahlreiche Blutspendetermine abgesagt werden. Nun haben die Verantwortlichen des DRK in Pohlheim einen neuen Ablauf ausprobiert - erfolgreich.

Die Blutspender waren zufrieden: "Super, die Sache mit den festen Terminen", sagte etwa die 41-jährige Nadja Eisermann aus Holzheim. Sie hatte sich - wie rund 130 weitere Spender auch - im Vorfeld einen Termin für die Spendenaktion des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) am Samstag in der Volkshalle in Watzenborn-Steinberg geben lassen. Was vor allem als Vorsichtsmaßnahme wegen der Corona-Pandemie gedacht war, um Abstände und Hygienestandards einhalten zu können, hatte einen weiteren positiven Aspekt: Deutlich geringere Wartezeiten.

"Außer Corona, gibt es noch anderes, was wichtig ist. Dazu gehört das Spenden von Blut, um damit anderen zu helfen", sagte Eisermann. 137 Frauen und Männer wollten bei diesem besonderen Termin in Corona-Zeiten ihr Blut für andere Menschen geben, die für die Behandlung ihrer Erkrankungen darauf angewiesen sind. 131 konnten nach absolvierter gesundheitlicher Prüfung tatsächlich spenden, nur 73 waren es im Februar an gleicher Stelle gewesen.

Mehr Liegen als üblich

Der Bedarf an Blut steigt wieder, weil in den Krankenhäusern vermehrt operiert wird, sagte Almut Roth, beim DRK Referentin für Spenderbindung. In Zeiten des kursierenden Corona-Virus mit der weltweiten Pandemie, war es für den DRK-Blutspendedienst Hessen/Baden-Württemberg und dem beteiligten Ortsverein eine besondere Herausforderung, die sie ohne Probleme lösten. Die ärztliche Leiterin des Blutspende-Teams, Karola Seydel, war mit sieben Mitarbeitern in die Limes-Stadt gekommen, dazu kamen noch die ehrenamtlichen DRK-Helfer aus Pohlheim.

Fünf Stunden lang nahmen sie an zwölf Plätzen unter höchsten Hygienestandards, die in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut entwickelt wurden, Blut ab. Es gab sieben Liegen mehr als sonst üblich. Die waren n "sozialer Distanz" angeordnet, damit sich die Spender nicht zu nahekamen. Die Volkshalle mit ihrem großen Raumangebot bot dafür die besten Voraussetzungen.

Überhaupt hatten die Organisatoren des DRK-Blutspendedienstes an alles gedacht. Bereits am Eingang wurde Person und Termin geprüft, die Körpertemperatur gemessen, eine Desinfektion der Hände vorgenommen und eigens eine Einmal-Maske ausgegeben. Diesmal war zudem alles in einem Einbahnstraßensystem von Befragung und Untersuchung bis hin zur Blutentnahme angeordnet, informierte DRK-Ortsvereinsvorsitzender Jürgen Görig. Dazwischen war viel Platz. Es kam zu keiner Schlangenbildung wie früher. Den Spendern wurde im 15-minütigen Rhythmus je Liege das Blut entnommen. Die sonst folgende Ruhezeit schloss sich an gleicher Stelle an. Das Spenderblut kam umgehend in den Kühllaster, der vor der Volkshalle wartete.

Am Ende gab es zum Abschied für die Spender neben belegtem Baguette und einer Apfelschorle noch ein süßes "Merci!" als Dankeschön mit auf den Nachhauseweg.

Abläufe hinterfragt

Für Görig hat sich das System mit der Anmeldung und dem geänderten Ablauf bewährt, denn es sei auch von der Organisation her besser für die ehrenamtlichen Helfer vor Ort handhabbar. Damit hat die Corona-Krise bewirkt, über Jahrzehnte eingefahrene Abläufe zu hinterfragen und zu ändern. Auch künftig soll es beim neuen System bleiben, sagte Roth.

Die Spender kamen diesmal nicht nur aus Pohlheim und dem Kreisgebiet, sondern auch darüber hinaus. Grund war, dass es die sonst üblichen Termine des Blutspendedienstes in vielen Orten aufgrund des hohen Standards nicht geben kann. So wurde die Volkshalle in Watzenborn-Steinberg in Absprache mit dem DRK-Kreisverband Marburg-Gießen als einer der zentralen Stellen ausgewählt. Auf die Ehrungen fleißiger Blutspender durch den Ortsverein wurde diesmal allerdings verzichtet.

Im Landkreis Gießen ist der nächste Spendetermin am 11. Mai von 15.45 bis 20 Uhr in der Gallushalle in Grünberg. Einige Kilometer weiter kann am 14. Mai in Mücke im Dorfgemeinschaftshaus Nieder-Ohmen von 15 bis 20 Uhr Blut gespendet werden. Auch hier ist jeweils eine Terminabsprache im Vorfeld notwendig. Pohlheim steht voraussichtlich wieder am 14. August auf dem Plan.

Weitere Informationen und Reservierung unter www.blutspende.de/blutspendetermine und der kostenlosen Rufnummer 08 00/11 949 11.

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