Online treffen statt im JUZ

  • vonGünther Dickel
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Pohlheim(gdp). Seit mehr als zehn Jahren besteht das Jugendzentrum Watzenborn-Steinberg in der Kirchstraße als öffentlicher Raum, in dem sich die Jugendlichen treffen. Derzeit ist es aufgrund der Pandemielage geschlossen. Die regelmäßigen Besucher vermissen die Einrichtung. Die 21-jährige Celine R. sagt etwa: "Das JUZ ist wie eine kleine Familie, wo über die Jahre starke Freundschaften aufgebaut wurden."

In der Regel sind die jüngsten Besucher des JUZ zwölf Jahre alt. "Ich bin mit 13 Jahren das erste Mal ins JUZ gegangen und seitdem ging es kaum ohne", sagt Celine S. Die Jugendlichen sehen das JUZ als Rückzugsort, an dem sie eigene Probleme einbringen und mit anderen Jugendlichen und den pädagogischen Betreuungskräften besprechen können.

Dank der engen Zusammenarbeit zwischen der Betreuerin des Jugendzentrums mit der Schulsozialarbeiterin der Adolf Reichwein Schule (ARS) hat die intensive Arbeit mit und für die jungen Erwachsenen einen weiteren Anker im Pohlheimer Jugendnetzwerk. Auch die Vernetzung zu Jugendabteilungen von örtlichen Vereinen, wie zum Beispiel dem TV-07, ist ein Schwerpunkt.

Helfer bei Veranstaltungen

Dies hat positive Folgen: Die 16-jährige Alisha C. sagt: "Durch das JUZ habe ich viele ehrenamtliche Helferarbeiten bei Veranstaltungen kennen- und lieben gelernt."

Da die Betreuerin des JUZ zugleich auch Trainerin und Übungsleiterin im Verein ist, verwundert es nicht, dass Jugendliche immer wieder gerne auch mal Trainingseinheiten im Vereinsleben ausprobieren.

In den Räumen des JUZ in der Watzenborn-Steinberger Kirchstraße richtet sich das Angebots- und Betreuungsspektrum an den aktuellen Bedürfnissen der Jugendlichen aus - wenn es nicht gerade wegen Corona geschlossen ist. Der Normalbetrieb sieht so aus: Während einige am "Lerntisch" Hausaufgaben lösen oder spezifische Details ihrer Ausbildung mit den Laptops recherchieren, wird im Nebenraum beraten und diskutiert wie die nächste Jugendfreizeit, ein Tagesausflug oder ein Cateringservice für eine anstehende Veranstaltung zu organisieren ist.

Auf der langen Liste ihrer Aktivitäten findet man Urlaubsfahrten in den Harz und an die Nordsee genauso wie Cateringstände beim "No Label Bandcontest" und der "Limeswanderung".

Dass besonders an "themenlosen" Abendzeiten der Jugendliche Musik-Sound gemischt ist wie das Tagesprogramm eines Radiosenders, erstaunt immer wieder vorübergehende Bürger. Denn mal ertönt hinter den JUZ-Scheiben Rap- und Hip-Hop-Musik vom 16-jährigen "Rapp-Schreiber" Angelo, der neue Texte seinen "Fans" präsentiert. Dann erklingt wieder Tanzmusik, da eine TV-Tänzerin Moves präsentiert.

Aktuell ist es jedoch aufgrund des Lockdowns ruhig geworden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die JUZ-Familie keinen Kontakt halten würde: Erfahrung haben sie ja bereits im Frühjahr sammeln können, als sie die Zeit mit Videoanrufen und weiteren medialen Kontakten überbrückten. Als es im Sommer dann wieder weitergehen konnte, fanden viele Treffen unter freien Himmel statt.

Zudem hatte Leiterin Karina Scholl zusammen mit Bürgermeister Udo Schöffmann eigens ein Hygienekonzept erstellt, wodurch damals eine Wiedereröffnung möglich war. Vielleicht kann dieses auch im kommenden Frühjahr wieder angewendet werden. Bis dahin halten die Jugendlichen via Internet Kontakt.

Das Kinder- und Jugendbüro der Stadt Pohlheim ist unter 0 64 03/606-132 oder 01 62/27 96 301 sowie kinder-und- jugendbuero@pohlheim.de erreichbar.

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