"Ökologisch, innovativ, nachhaltig"

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Pohlheim (se). Geht es in Pohlheim nach dem Ausschuss für Bauen, Stadtentwicklung und Umwelt, dann können im Stadtgebiet weitere Baumaßnahmen in Angriff genommen werden. Aber mit Bedacht und Augenmaß. So standen in der von Michael Wagner (CDU) geleiteten Sitzung am Montagabend mehrere Projekte auf der Tagesordnung, die grünes beziehungsweise gelbes Licht erhielten oder erst einmal gestoppt wurden.

Letzteres betrifft einen Antrag der SPD-Fraktion, die in Garbenteich gern einen Gewerbepark sehen möchte, der Parallelen zu einem entsprechenden Gebiet im Süden Wettenbergs besitzen soll. Horst Biadala brachte den Antrag mit einer Portion Leidenschaft und durchaus eloquent ein. Für dieses Gewerbegebiet sollen nach Willen der Pohlheimer Genossen Ansiedlungsmodelle entwickelt werden, "die von Ökologie, Innovation und Nachhaltigkeit" geprägt sind. "Unter anderem", so heißt es in dem Antrag weiter, "sollte der Aufbau eines Gründerzentrums ein Gegenstand der Diskussion sein".

Das klang nicht schlecht, und so richtig dagegen war auch kaum jemand im Ausschuss. Doch Fabian Schäfer (FDP) trat mit dem Hinweis auf die Bremse, dass der ursprüngliche Investor mit der Aufgabe in die Sommerferien entlassen wurde, Vorschläge für eine alternative Nutzung zu präsentieren, nachdem die Pohlheimer Outlet-Pläne gestorben waren. Auch der erhoffte Autobahnanschluss wird nicht realisiert. Die Kommunalpolitiker wollten dem Investor nicht vorgreifen und kamen überein, den SPD-Antrag zunächst einmal auf Eis zu legen.

Bebauungsplan wird geändert

Auch bei einer weiteren Vorlage konnte sich der Ausschuss zu keiner Beschlussempfehlung durchringen. Es ging um die Änderung des Bebauungsplans "Verlängerte Bruchstraße" und "Verlängerte Fahrtgasse". Hier sollen zwei Wohnhäuser errichtet werden. Dabei dürfte jedes einzelne der beiden Häuser nicht mehr als drei Wohnungen umfassen, verteilt auf höchstens zwei Stockwerke. Die Höhe dürfe demnach maximal neun Meter betragen und müsse sich an die umliegenden Bestandsbauten in dieser Hinsicht anlehnen. Allerdings gibt es noch weiteren Klärungsbedarf, sodass keine Beschlussempfehlung ausgesprochen wurde.

Die Beratungen sollen in den Fraktionen fortgesetzt werden. Nach Möglichkeit wird in der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag über die Vorlage abgestimmt. Immerhin steht hier die Ampel auf Gelb, was die zahlreichen Besucher aus der Bruchstraße und Umgebung zur Kenntnis nahmen.

Grünes Licht erhielt ein Antrag, nach dem der Bebauungsplan "Am Furt/Schönbornwiese" dahingehend geändert wird, dass der genannte Bereich in ein sogenanntes Mischgebiet (Wohnen/Gewerbegebiet) umgewidmet wird. Das ist mit einer Änderung des Bebauungsplans verbunden. Bereits vor drei Jahren hatte die Pohlheimer Stadtverordnetenversammlung einen dahingehenden Versuch gestartet, war aber vom Regierungspräsidium Gießen gestoppt worden. Die Behörde hatte seinerzeit die Durchführung einer Umweltprüfung angemahnt. Diese ist inzwischen erfolgt. Behörden und Träger öffentlicher Belange wurden miteinbezogen und der Öffentlichkeit die Möglichkeit gegeben, sich an diesem Verfahren zu beteiligen.

Mit großer Mehrheit, aber nicht ohne sorgfältige Abwägung des Für und Wider entsprach der Ausschuss dem Antrag eines Bürgers, der ein Einfamilienhaus im Baugebiet Oberweg IV errichten und dieses mit einem Flachdach (Neigung: drei Prozent) sowie Dachbegrünung versehen möchte. Zulässig sind bisher Dachformen mit einer Neigung von mindestens 25 Prozent. Der Ausschuss empfahl eine Befreiung von der Vorschrift.

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