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In die Jahre gekommen und deshalb nach Fertigstellung des Neubaus reif für den Abrissbagger: die Limesschule in Watzenborn-Steinberg.

Neubau mit sportlichem Zeitplan

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Pohlheim (so). Der Zeitplan ist sportlich: Noch in diesem Monat soll der Bauantrag gestellt werden, um im Juni 2020 mit den Arbeiten zu beginnen und die neue Limesschule im Sommer 2022 in Betrieb zu nehmen. Doch beim Kreis als Schulträger ist man sich einig, das Projekt zügig auf den Weg zu bringen. 2022 ist auch die Vorgabe des Haupt-geldgebers: Die Mittel aus dem kommunalen Investitionprogramm des Bundes müssen bis Mitte 2022 abgerechnet sein.

Der Schul- und Bauausschuss unter Vorsitz von Martin Hanika (CDU) hat sich in dieser Woche einmütig für die Projektgenehmigung ausgesprochen. Wenn der Kreistag erwartungsgemäß am Montag in Hungen sein Okay gibt, dann kann der Architekt den Bauantrag fertigmachen.

Projektiert ist ein Neubau der Grundschule in Watzenborn-Steinberg gleich neben der bestehenden Schule. Dort kann der Unterricht so lange weiterlaufen, bis der Neubau steht. Erst dann wird abgerissen. Die Baukosten werden derzeit mit knapp 10,5 Millionen Euro einschließlich der Außenanlagen kalkuliert: Damit komme der Neubau wesentlich günstiger als die Sanierung des Gebäudebestands, legt Schuldezernentin Dr. Christiane Schmahl dar. Der dreigeschossige Bau soll 390 Schüler beherbergen: Im Erdgeschoss des kompakten Gebäudes finden sich Küche, Mensa, Lehrerzimmer und Musikzimmer. Im ersten Obergeschoss werden die Erst- und Zweitklässler unterrichtet, im 2. Obergeschoss die Dritt- und Viertklässler.

Der Frankfurter Architekt Michael Christl hat einen Stahlbetonbau mit Flachdach geplant, der teils mit einer Aluminiumfassade verkleidet wird. Eine Fotovoltaikanlage kann Berücksichtigung finden. Beheizt werden soll der Bau über das Blockheizkraftwerk an der benachbarten Adolf-Reichwein-Schule. Architekt Christl sprach bei der Präsentation im Schulausschuss von einem "einfachen und wirtschaftlichen Entwurf". Auf dem Schulgelände erhalten bleibt der Bau mit vier Klassenräumen; zu diesem wird auch eine Verbindung hergestellt. Auch die Sporthalle und der Ganztagesbereich werden nicht erneuert oder ersetzt. Geschont wird nach Möglichkeit überdies der alte Baumbestand auf der für den Neubau vorgesehenen Fläche.

"So stelle ich mir Schule vor", begrüßte dies Christdemokrat Florian Vornlocher aus Hungen. Und der FDP-Abgeordnete Wolfgang Greilich konnte es sich nicht verkneifen, den in Watzenborn-Steinberg geplanten Bau mit dem Neubauvorhaben in Staufenberg zu vergleichen: An der Limesschule bekomme man 16 Klassenräume für 10,5, in Staufenberg 13 Räume für 14,4 Millionen Euro…

Wobei die SPD-Bauexpertin Barbara Högy und auch Schuldezernentin Christiane Schmahl davor warnten, diese beiden Vorhaben einfach gegenüberzustellen: Die beiden völlig unterschiedlichen Entwürfe seien nicht vergleichbar. In Staufenberg habe man zudem ein sehr schwieriges Grundstück berücksichtigen müssen. In Staufenberg wird zudem die Betreuung neu geschaffen, die an der Limesschule in ihren bereits vorhandenen Räumlichkeiten bleibt.

Doch auch bei den Plänen für die neue Limesschule haben die Schulausschussmitglieder noch Anregungen: Eben das Prüfen der Fotovoltaikanlage, denn die ist hier optional möglich, aber eben noch nicht eingerechnet.

Angeregt wird von den Ausschussmitgliedern zudem die Kalkulation mit einem Satteldach. Denn Vorbehalte gegenüber Flachdächern vermochte der Architekt bei den Ausschussmitgliedern nicht wirklich auszuräumen. "Ich glaube nicht an deren Dichtheit. Da muss man alle zehn Jahre reparieren. Wir haben erst dann Ruhe, wenn das Flachdach überdacht ist", sagt de Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Günter Semmler. (Foto: Archiv)

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