Zur Einweihung des Platzes schießt Bürgermeister Udo Schöffmann ein Tor, Schuldezernentin Dr. Christiane Schmahl versucht sich als Torwartin, Schulleiterin Petra Brüll schlüpft in die Rolle der Schiedsrichterin. FOTO: PAD
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Zur Einweihung des Platzes schießt Bürgermeister Udo Schöffmann ein Tor, Schuldezernentin Dr. Christiane Schmahl versucht sich als Torwartin, Schulleiterin Petra Brüll schlüpft in die Rolle der Schiedsrichterin. FOTO: PAD

Langer Weg

Nach elf Jahren Wartezeit: Pohlheimer Schule bekommt Kleinsportfeld

  • Patrick Dehnhardt
    vonPatrick Dehnhardt
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Seit 2009 haben der damalige Schulleiter Norbert Kissel, seine Nachfolgerin Petra Brüll, Lehrer und Eltern für die Anlage gekämpft. Nun wurde sie endlich eingeweiht.

Ein kurzer Anlauf, dann ein kräftiger Schuss - und der Ball schlägt im Winkel des Tores ein. Ein sauberer Treffer von Pohlheims Bürgermeister Udo Schöffmann. Da war die Torfrau, Schuldezernentin Dr. Christiane Schmahl, chancenlos. Die Schiedsrichterin, Schulleiterin Petra Brüll, gab den Treffer gerne - schließlich wurde damit das neue Sportfeld an der Pohlheimer Adolf-Reichwein-Schule (ARS) eingeweiht.

Während der Anlauf zum Siebenmeter kurz war, hat das Sportfeld selbst einen langen Weg hinter sich. Schon seit langer Zeit fehlte der ARS solch eine Sportanlage. Im Jahre 2009 stellte der damalige Schulleiter Norbert Kissel den ersten Antrag für ein Sportfeld beim Landkreis, berichtete seine Nachfolgerin Brüll. Zwischenzeitlich seien verschiedene Standorte und Varianten diskutiert worden. "Eine Eis- und Rollschuhbahn unterhalb der Sporthalle war sogar im Gespräch", sagte Brüll.

Immer wieder Ball zum Kreis gespielt

Über Jahre hinweg ging es mit dem Sportfeld nicht richtig voran. Zwischenzeitlich wurde sogar vor der Kreisverwaltung für den Bau demonstriert. Sowohl der Elternbeirat als auch Kissel ließen nicht locker. "Das ist quasi sein Lebenswerk", sagte Brüll. Jedoch blieb es ihm vergönnt, noch als Schulleiter die Einweihung mitzuerleben: 2018 wurde er in Pohlheim verabschiedet. Mittlerweile ist er Schulamtsleiter - und konnte deshalb am zweiten Tag nach den Ferien an der Einweihungsfeier nicht teilnehmen.

Schmahl erinnerte sich daran, wie sie 2011 als neue Schuldezernentin erstmals an der ARS zu Gast war. Kissel habe sie sofort auf das Thema gesprochen. Ihr Amtsvorgänger Siegfried Fricke habe ein Sportfeld mit 400-Meter-Laufbahn versprochen. "Ich glaube nicht, dass wir Geld dafür haben", sei ihre erste Reaktion gewesen. Der Kreis sei damals ins Schutzschirmverfahren gegangen, "da war das nicht möglich".

Günstige Lösung abgepfiffen

Kissel sei hartnäckig geblieben. Zwischenzeitlich habe sich eine günstige Lösung abgezeichnet, die dafür notwendigen 50 000 Euro durfte die Schuldezernentin freigeben. Das Geld war bei anderen Arbeiten an der ARS übrig geblieben.

Diese Freigabe fiel der Schuldezernentin auf die Füße: Die politischen Gegner warfen ihr ein Wahlgeschenk im Kommunalwahlkampf vor. Dann musste der Bau abgesagt werden, da das Geld in die Sparbemühungen des Kreises floss. "Es ging doch nicht, und ich musste zurückrudern", sagte Schmahl dazu am Dienstag. "Ich bin froh, dass es jetzt realisiert werden konnte."

Die Bauarbeiten für die Anlage hatten im März begonnen und wurden im Juli von der Firma Schmitt Sportstättenbau abgeschlossen. Neben einem Kleinsportfeld, das unter anderem für Fußball und Basketball geeignet ist, wurde ein Beachvolleyballplatz eingerichtet. Gekostet hat das 260 000 Euro. Der Landkreis finanzierte den Bau mit Mitteln aus dem Fördertopf "Schaffung von Bewegungsmöglichkeiten auf Schulhöfen".

Ansturm auf Kleinsportfeld

Die Stadt Pohlheim übernahm 25 Prozent der Kosten, dafür können die örtlichen Vereine die Anlage nutzen. "Die 70 000 Euro sind gut angelegtes Geld", sagte Schöffmann. Gerade jetzt in Zeiten von Covid-19 sei die Bedeutung von Trainingsplätzen im Freien deutlich gestiegen. Unter anderem würden die Tänzerinnen der "Mollys" bereits auf dem Kleinsportfeld ihre Übungen abhalten, auch andere Vereine hätten ihr Interesse bekundet.

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