»Es muss jetzt gehandelt werden«

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Pohlheim (pm). Menschen mit Behinderung und das Personal in Einrichtungen der Eingliederungshilfe müssen sich jetzt schnellstmöglich gegen das Coronavirus impfen lassen können. Das fordert die Lebenshilfe Gießen und schließt sich einem Appell der Fachverbände für Menschen mit Behinderung an, die ein entsprechendes Schreiben an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verschickt haben.

»Die hohe Zahl an schweren Verläufen und Todesfällen bei Menschen mit geistiger Behinderung gerade in den östlichen Bundesländern zeigt, dass Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung ein erhöhtes Risiko für eine Erkrankung mit schwerem Verlauf durch SARS-CoV-2 haben. Es muss jetzt gehandelt werden«, erklären Maren Müller-Erichsen, Aufsichtsratsvorsitzende der Lebenshilfe Gießen, und Vorstand Dirk Oßwald unisono.

Das bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege hat bereits darauf hingewiesen, dass unter die Personen, die gemäß Coronavirus-Impfverordnung mit höchster Priorität Anspruch auf eine Schutzimpfung haben, auch pflegebedürftige Menschen mit Behinderung fallen, die in Einrichtungen der Eingliederungshilfe leben, sowie das dort tätige Personal. Diese Regelung hält auch die Lebenshilfe Gießen für zielführend.

»Auch Menschen mit psychischen Erkrankungen weisen vermehrt schwere Verläufe und eine erhöhte Mortalitätsrate auf, wie Studien belegen. Daher ist ein vorrangiger Anspruch auf Impfung auch für diesen Personenkreis notwendig, insbesondere wenn sie in gemeinschaftlichen Wohnformen leben oder in Einrichtungen betreut werden oder arbeiten«, sagt Vorstand Oßwald.

Um rasch eine Senkung an schweren Erkrankungen und Todesfällen herbeizuführen, hält es die Lebenshilfe Gießen für dringend geboten, Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung sowie die Mitarbeiter in Einrichtungen der Eingliederungshilfe in die höchste Prioritätsstufe einzubeziehen.

»Ebenso ist eine Höherstufung der Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie der sie betreuenden Mitarbeitenden zwingend«, sagt Müller-Erichsen. »Das gilt auch für enge Kontaktpersonen von Kindern mit Vorerkrankungen und einem hohen Corona-Risiko. Da Kinder derzeit vollständig von Impfungen ausgeschlossen sind, kann nur durch die Impfung ihres direkten Umfeldes ein gewisser Infektionsschutz erzielt werden.«

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