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Tradition trifft Moderne: Magd Gretche (r., Klaus Wolf) »visitiert« den mutmaßlichen Sperrmüll von den jungen Bauersleuten (Julia Gladzewski und Jochen Strunk), mit dem sie viele Erinnerungen verbinden.

Mit Witz und Respekt

  • VonRoger Schmidt
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Pohlheim (rge). In der »Gut Stubb« von Grüningen, dem großen Saal der Limeshalle, gab es am Wochenende nach langen Monaten der Pandemie-Pause endlich wieder einmal jede Menge zu lachen. Dafür sorgten die Bousseldande mit ihrer herzhaften Art von Mundart-Comedy, die Begeisterung beim 3G-geprüften Publikum auslöste.

Darauf hatten die Besucher an den beiden ausverkauften Abenden am Samstag und Sonntag lange warten müssen, denn bedingt durch die Corona-Einschränkungen dauerte es 580 Tage, bis die Originale aus Bonbaden in Grüningen auftreten konnten. Entsprechend freuten sich die Gastgeber von der Geselligkeit Burschenschaft Karneval (GBK) 1970 Grüningen um Vorsitzenden Pierre Schmidt, dass sie nun endlich mit dem bereits im letzten Jahr vorgesehenen Bousseldande-Abend im Rahmen ihres 50-jährigen GBK-Jubiläums nachholen konnten. Und dann auch noch aufgrund der großen Ticket-Nachfrage mit einem sonntäglichen Zusatzabend.

Wenn Stadt- auf Landfrau trifft

Für die Bousseldande mit Klaus Wolf, Jochen Strunk und Julia Gladzewski war es ebenfalls der erste große Auftritt nach dem Beginn der Pandemie - und somit eine kleine Premiere.

Diese Zwangspause merkte man ihnen nicht an, denn gleich zu Beginn überzeugten die »Platschmäuler« mit AOK-Schopper als Stadtfrau im Pelz (Jochen Strunk) und Landfrau (Klaus Wolf) in Kittelschürz mit Pullschepper mit pointiertem Witz auf ihrem hessischen Platt aus Lahn-Dill. Zweimal vom Viehdoktor geimpft und entwurmt, empfahlen sie den Zuschauern 1,50 Kuhtritt-Sichertrittsicherheitsabstand passend zur allgemeinen Situation. Ihr Rollenspiel mit Stadt-Land-Klischees kam an, und so waren die Herzen der Zuschauer schnell erobert. »Ich will keine Schokolade« war dann der erste gesangliche Hit. Auf der Bühne in der Bauernhof-Dekoration drehten die Akteure so richtig auf. Verstärkt durch die »Original-Berliner Schnauze« von Julia Gladzewski trafen vergangene Erlebnisse von der alten Magd Gretchen auf neue Ideen der jungen Bauersfamilie von Karl und seinem Herzblatt.

Die Räumung des Speichers von verstaubten Utensilien wurde so eine Reise durch die Vergangenheit mit lustigen Begebenheiten aus Kindheit bis hin zur Hochzeit, aber auch wehmütigen Erinnerungen. So kam aus dem eigentlich aussortierten »Gerümpel«, das für den Sperrmüll vorgesehen war, ein Teil des früheren Bauernlebens der Familie zum Vorschein.

Die humorvoll verpackte Botschaft des Respekts über die Generationen hinaus in ihren gemeinsamen Wurzeln kam wieder einmal an. Am Ende gab es stehende Ovationen des glücklichen Publikums für die »Bousseldande«.

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