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Ein Leben im Zeichen der Musik

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Pohlheim (rge). Die evangelischen Christen in Watzenborn-Steinberg freuen sich auf die neue Kantorin Cordula Scobel. Schon seit einigen Wochen ist sie in den Proben beim Kirchenchor, Gospelchor "Joyful Voices" und dem Kinder- und Jugendchor aktiv. Am Sonntag, 20. Oktober, um 14 Uhr wird sie in einem Festgottesdienst in der Christuskirche offiziell als Gemeinde- und Dekanatskantorin durch Dekan Andre Witte-Karp, Dekanatsvorsitzenden Gerhard Schulze-Velmede und Kirchenvorsteher Wolfgang Schmandt eingeführt.

Die gebürtige Dresdenerin ist seit ihrer Kindheit mit der Musik verbunden, berichtet sie im Gespräch mit der Gießener Allgemeinen. Klavier-, Trompeten- und Gesangsunterricht gehörten zu ihren Grundlagen, bevor sie ab 1999 bis 2004 an der TU Dresden und der Justus-Liebig-Universität Gießen Musikwissenschaften, Germanistik und Anglistik studierte. Ein Studium der Kirchenmusik an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt folgte bis 2009. Ihre beruflichen Stationen führten sie als Kirchenmusikerin in Usingen/Taunus über Lehraufträge für Orgel, Musikgeschichte, Hymnologie und Gemeindesingen an der JLU nun als Kantorin ins Dekanat und in die Watzenborn-Steinberger Gemeinde. Damit übernimmt sie die seit Januar vakante Kantorenstelle.

Musik ist für Cordula Scobel nach eigenen Angaben Leben und Berufung gleichermaßen. Aufgewachsen ist sie in einem christlichen und musikalischen Elternhaus in Dresden. "Bei uns wurde viel Musik gemacht, meine Eltern waren auch aktiv im Posaunenchor unserer Kirchengemeinde. So bin ich hineingewachsen, lernte Klavier, später Trompete und spielte auch im Posaunenchor mit", berichtet sie. Als Jugendliche nahm Scobel Gesangsunterricht und sang in diversen Chören. So reifte der Wunsch, "irgendwas mit Musik" zu machen. Mit dem Musikwissenschaftsstudium wuchs die Begeisterung für Kirchenmusik.

2002 wechselte Scobel nach Gießen, um dort ihr Musikwissenschaftsstudium zu beenden. Nebenbei absolvierte sie die sogenannte C-Ausbildung an der Gießener Uni - eine kirchenmusikalische Ausbildung, um Chöre zu leiten und Gottesdienste auf der Orgel zu begleiten. Scobel: "Das machte mir so viel Spaß, dass ich beschloss, noch ein Studium der Kirchenmusik dranzuhängen. Dafür verließ ich Gießen für vier Jahre und zog nach Frankfurt. Nach dem Kirchenmusikstudium kehrte ich zurück nach Gießen. Wir leben sehr gern als Familie hier".

Die neue Kantorin freut sich auf die Vielfalt der Aufgaben in der Gemeinde und im Dekanat: Watzenborn-Steinberg bietet das volle Spektrum des Kantorenberufes: Kirchenchor, Gospelchor, Kinderchöre, Orgelspiel, Gottesdienstgestaltung, Konzerte. Das sind 75 Prozent der Arbeitszeit; die weiteren 25 Prozent arbeitet Cordula Scobel als Dekanatskantorin im evangelischen Dekanat Gießen, sie ist Ansprechpartnerin für die Gemeinden in musikalischen Fragen und organisiert Konzerte auf Dekanatsebene zusammen mit den anderen Kantoren der Stadt.

"Im Moment beobachte ich ganz viel, lerne Leute kennen und schaue, wie das Gemeindeleben funktioniert. Gerade reifen die Ideen für 2020. Auf jeden Fall möchte ich zu einem bunten und lebendigen musikalischen Leben in der Gemeinde und im Dekanat beitragen und Menschen zum Singen und Musizieren anstiften", erläutert die Kantorin und unterstreicht: "Kirchenmusik ist für mich die schönste Form, Gott zu loben und christliche Gemeinschaft zu leben." Sie möchte dazu beitragen, dass die Leute gerne in Chören singen, die Chorlandschaft bunt und lebendig bleibt und man gemeinsam viele schöne und auch manch außergewöhnliche Konzertprogramme gestaltet.

Im Einführungsgottesdienst am Sonntag um 14 Uhr in der Christuskirche singen Kirchenchor und Gospelchor zum ersten Mal unter der Leitung von Cordula Scobel. Interpretiert werden einige Sätze aus dem "Gloria" von Antonio Vivaldi und aus einer Pop-Messe von Michael Schütz. Ein kleines Orchester wird auch dabei sein.

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