Kurt Binz ist Ehrenbürger Pohlheims

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Bescheiden lächelnd stand Kurt Binz vorne neben dem Bürgermeister. Alle Stadtverordnete erhoben sich von ihren Plätzen, applaudierten. "Wir sind stolz auf Sie", sagte Prof. Helge Stadelmann, der Stadtverordnetenvorsteher. Binz ist seit Donnerstag der siebte Ehrenbürger Pohlheims.

Bescheiden lächelnd stand Kurt Binz vorne neben dem Bürgermeister. Alle Stadtverordnete erhoben sich von ihren Plätzen, applaudierten. "Wir sind stolz auf Sie", sagte Prof. Helge Stadelmann, der Stadtverordnetenvorsteher. Binz ist seit Donnerstag der siebte Ehrenbürger Pohlheims.

Er wurde damit insbesondere für mehr als 50 Jahre ehrenamtliches Engagement in politischen Gremien, in der Kirche, im sozialen Bereich und in zahlreichen Vereinen der Stadt gewürdigt. Binz erklärte: Er wolle sich zum Wohl der Mitbürger einsetzen.

Klassenkameraden waren Walter Damasky und Binz einst an der Volksschule in Watzenborn, nur zwei Monate trennen sie. Nun sind sie die beiden einzigen lebenden Ehrenbürger Pohlheims. Binz sei "bürgernah wie kaum ein anderer", betonte Damasky. "Er hat schon immer geholfen, wo er konnte."

Der gebürtige Watzenborn-Steinberger Kurt Binz setzt sich fast sein gesamtes Leben für die Menschen in seiner Heimatstadt ein. Von gesundheitlichen Rückschlägen ließ er sich nicht aufhalten. Im September 1968 begann er, in der Gemeindevertretung Watzenborn-Steinberg und auch später nach Gründung der Stadt Pohlheim von 1977 bis 2006 in der CDU-Fraktion des Stadtparlaments zu dienen. Das Zusammenwachsen der Pohlheimer Stadtteile war ihm ein großes Anliegen. Außerdem saß Binz im Watzenborn-Steinberger Ortsbeirat sowie von 1972 bis 1977 im Magistrat Pohlheims. Acht Jahre lang, von 1989 bis 1997, war Binz Stadtverordnetenvorsteher. Noch heute ist er stellvertretendes Mitglied im Seniorenbeirat. "Wenn man sich die Vita von Kurt Binz ansieht, dann müssen die Tage früher länger gewesen sein", sagte Bürgermeister Udo Schöffmann.

Für einen kurzen Augenblick trat Kurt Binz ans Mikrofon. Ehrung erfahre man, "wenn man etwas für die Allgemeinheit tut", sagte der 84-Jährige. Der ehemalige Eisenbahner war und ist sozial zum Beispiel in der Diakoniestation Fernwald/Pohlheim und in der evangelischen Kirchengemeinde Watzenborn-Steinberg engagiert, darüber hinaus im TV 07, im Vogelsberger Höhenclub, im Obst- und Gartenbauverein, in der Heimatvereinigung Schiffenberg, in den Gesangvereinen Germania und Jugendfreund sowie im Pohlheimer Partnerschaftsverein. Binz war 1980 Mitgründer der evangelischen Sozialstation und diente bis 2001 im Vorstand. "Ich kann nur jedem raten, sich zu engagieren", sagt Binz. Er betrachte seine ehrenamtliche Tätigkeit als "Pflicht eines jeden Bürgers". Dabei gehe es um mehr, als nur zusammenzusitzen und "einen Schoppen zu trinken". Er habe "immer Spaß daran gehabt, etwas für andere zu tun. Wenn man was kann, soll man es auch tun".

Das Ehrenamt stehe vor einer großen Herausforderung, betonte der Stadtverordnetenvorsteher Stadelmann. Zunehmend suchten Vereine und auch politische Parteien nach ehrenamtlichen Kräften. Binz sei ein wichtiges Vorbild mit seinem ehrenamtlichen Engagement über ein halbes Jahrhundert.

Vertreter sämtlicher Fraktionen im Pohl-heimer Stadtparlament fanden würdigende Worte für Binz, hoben dessen Einsatz für das Miteinander der einzelnen Stadtteile hervor. "Er ist ein Pohlheimer im positivsten Sinne", sagte Reiner Leidich von der CDU-Fraktion. Als Stadtverordnetenvorsteher sei er äußerst ausgleichend gewesen, betonte Ewald Seidler, der Erste Stadtrat. "Kurt konnte leben und leben lassen, hat alle Meinungen akzeptiert", sagte Prof. Ernst-Ulrich Huster (SPD).

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