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Die scheidende Pohlheimer SPD-Vorsitzende Sabine Scheele-Brenne (l.) und Vize-Vorsitzender Israel Budak mit den Geehrten.

SPD kündigt Bürgermeisterkandidat an

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Pohlheim (pm). Es war die letzte Jahreshauptversammlung der Pohlheimer Sozialdemokraten mit Sabine Scheele-Brenne als Vorsitzende. Die Partei wird ab sofort von den beiden Vize-Vorsitzenden Horst Biadala und Israel Budak bis zur nächsten Mitgliederversammlung gemeinsam als Doppel-Spitze geführt. Der Termin kann bereits die Nominierungsversammlung für den Bürgermeisterkandidaten sein, sagte Fraktionsvorsitzender Peter Alexander.

Scheele-Brenne hatte aufgrund ihres bevorstehenden Umzugs von Pohlheim nach Gießen ihr Amt niedergelegt. Biadala und Fraktionsvorsitzender Alexander würdigten noch einmal ihre wichtige politische Arbeit, die von Kollegialität geprägt gewesen sei. Letztendlich war es auch der Mangel auf dem Wohnungsmarkt in Pohlheim, bedauerte Biadala ihren Wegzug aus der Limes-Stadt beim Dankeschön an sie und ihren Mann Stefan. "Du konntest viel bewegen und wir lassen dich ungern gehen", stellte er fest. Neu in den Vorstand gewählt wurden Horst-Erich Stumpf für Rainer Möschl sowie Marius Kurz als Beisitzer.

Scheele-Brenne berichtete von einem turbulenten Jahr, das sich kommunalpolitisch rund um das geplante Outlet drehte und an dessen Ende das Projekt "sang und klanglos" dieser Tage vom Bürgermeister und den Investoren beerdigt wurde.

Zuvor hatte schon im August 2018 eine Mehrheit beim ersten Pohlheimer Bürgerentscheid gegen das Outlet gestimmt, aber nicht das nötige Quorum knapp erreicht, um es sofort zu verhindern, erinnerte die Sozialdemokratin. Weiteres Thema war "Bezahlbarer Wohnraum" als "ursozialdemokratisches Thema". Sowohl Landtags- als auch Europawahl liefen unbefriedigend. Im Parlament herrsche keine gute Atmosphäre Dank CDU und FW, bedauerte sie. Aktueller Höhepunkt war dabei der bedauerliche Rücktritt von Wilken Gräf durch deren Vorgehensweise im Umgang mit der Opposition. Einen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl 2020 plant man demnächst präsentieren zu können.

Aus der Stadtverordnetenversammlung informierte Fraktionsvorsitzender Alexander über die Ablehnung fast jeden "noch so guten Vorschlags" der SPD und anderen Parteien durch machttaktische Spiele bis hin zur totalen Ablehnung durch die Fraktionen von CDU und FW. Auch das "Umfallen" der Freien Wähler bei dem von ihnen selbst geforderten Abschaffung der Straßenausbaubeiträge hin zu wiederkehrenden Gebühren sei bezeichnend für diese Politik. Sie eröffne weitere Ungerechtigkeiten, bei schon stark belasteten Anliegern, wie in der Watzenborn-Steinberger Ludwigstraße. "Eine Politik à la Schöffmann braucht keiner", sagte Alexander.

Bei den Ehrungen wurde für 50 Jahre Irene Schäfer persönlich geehrt. Für 25 Jahre wurden Ulrich Kuhn für 40 Jahre Hans-Christian Happel und 50 Jahre Andreas Bartosch und Bernd Happel in Abwesenheit geehrt. Ihnen wurde, wie auch Scheele-Brenne Dank und Anerkennung ausgesprochen. (Foto: pm)

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