Gardetänzerinnen eröffnen die Prunksitzung der Mollys. FOTO: SRS
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Gardetänzerinnen eröffnen die Prunksitzung der Mollys. FOTO: SRS

Kitzelqualle und Piratenschätze

  • vonStefan Schaal
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Pohlheim(srs). Eine Kitzelqualle und knallbunte Fische hüpften auf der Bühne, Seeräuber bargen tanzend einen Schatz, Helene Fischer und die Amigos schmetterten Schlager und 380 Besucher feierten am Samstag den Glanzpunkt der närrischen Saison in Watzenborn-Steinberg - auf der Prunksitzung der Mollys.

Neben hochklassigen Auftritten sämtlicher Gruppen des Carnevalvereins sorgten unter dem Motto "MS-Molly - Chaos auf dem Traumschiff" auch zahlreiche Büttenreden für Stimmung in der Volkshalle. Jörg Buß und Pia Krämer, Sitzungspräsidentin aus Hausen, gelang es in einem gemeinsamen Auftritt, auch politische Spitzen zu setzen. "Die SPD war gestern noch unentschlossen, wen sie als Bürgermeisterkandidaten in Pohlheim aufstellt", sagte Krämer. "Und heute ist sie sich nicht mehr sicher." Buß mutmaßte, es werde wohl ein Externer. Allerdings sei ja auch der amtierende Bürgermeister Udo Schöffmann ein Auswärtiger. "Oder glaubt irgendjemand, ein Garbenteicher wäre ein Einheimischer?" Laute Buhrufe erklangen, bevor Buß noch einen draufsetzte: "Ich hab’s falsch abgelesen: Wiesecker."

Dann erinnerte er daran, dass die Teutonia Watzenborn-Steinberg 2018 noch für 100 000 Euro einen großen Parkplatz gebaut hat, bevor der Verein dann im FC Gießen aufgegangen ist. "Was für ein Weitblick. Die konnten doch 2018 eigentlich noch gar nicht wissen, dass sie 2021 da unten wieder A-Klasse spielen."

Tanzmariechen beeindruckten mit Salti, während die Mollynchen als Piraten verkleidet eine Kiste und einen silberfarben funkelnden Schatz bargen: Mettbrötchen in Alufolie, die die Mollynchen ins Publikum warfen.

Großen Spaß verbreiteten auch ein Männerballett sowie Fabi Weber und Melanie Patt in der Bütt. Dieter Schäfer empfing zu einer Helene-Fischer-Show, gefeierte Auftritte hatten singend auch Anne Häuser und Tenor Joni Ensle.

Den Vogel schoss indes Prof. Volkmer Wolters ab, der in einem volkskundlichen Vortrag über das Leben und Verhalten der Mollys sinnierte. Diese seien in frühen Jura-Zeitalter aus einer Kreuzung aus Löwen, Goldhamstern und drei Narrenkappen entstanden. Sie leben mollygam, die Römer errichten zum Schutz vor ihnen einst den Mollymes - einen Schutzwall, auch Karnewall genannt. Die Mollys ernähren sich laut Wolters ausschließlich von Ebbelwoi und Worscht und hätten gleichzeitig Johann Sebastian Bach zu Hochkultur inspiriert - zur berühmten h-molly-Messe.

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