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100 und immer guter Dinge: Emma Grieb.

100 Jahre alt – und immer guter Dinge

Pohlheim (rge). 100 Jahre jung und immer guter Dinge. Das ist vielleicht das Geheimnis der Dorf-Güllerin Emma Grieb, dass sie ihren runden Geburtstag bei altergemäß bester Laune am Samstag gemeinsam mit Familie, Verwandten, Freunden, Nachbarn und Bekannten feiern und genießen konnte.

Pohlheims Bürgermeister Udo Schöffmann gehörte am Mittag in der Hof-Güller Straße zu den zahlreichen Gratulanten der ältesten Einwohnerin. Ihre positive Grundeinstellung zum Leben habe sie der ganzen Familie vererbt, bestätigte die 48-jährige Enkelin Anja, die aus ihrer neuen Heimat bei Halifax in Neuschottland im Osten von Kanada zur Oma angereist war.

Gern erinnert sie sich noch an deren Besuch in Nordamerika, damals schon im hohen Alter von 87 Jahren. Grieb erzählt noch heute von den schönen Spaziergängen über die Klippen von Peggy’s Cove an der Atlantikküste, bei der die Naturliebhaberin Tiere und Landschaft beobachtete.

Als Kind der Eheleute Isheim in Grüningen am 30. Januar 1916 geboren, war Grieb nach der Volksschule zunächst in der Licher Landbaumaschinenfirma Schieferstein tätig. 1940 heiratet sie nach Dorf-Güll ihren Mann Otto Grieb († 1990). Sie schenkte drei Kindern das Leben, zwei Jungen und einem Mädchen. Fünf Enkel, von denen leider bereits zwei verstorben sind, und neun Urenkel kamen aus deren Ehen hervor.

Schon im Elternhaus war Grieb die rechte Hand ihres Vaters, musste auf dem bauernhof "Bubenarbeit" verrichten. Dabei lernte sie die Landwirtschaft lieben, die sie mit ihrem Ehemann in Dorf-Güll auf dessen Hof mit Leidenschaft fortführen konnte. Auch im Elektrobetrieb eines Sohnes half sie später im Büro. Gelassenheit und Zielstrebigkeit zeichneten sie dabei immer aus, sagte Filius Gerhard im Gespräch mit dieser Zeitung.

Gerne betrieb sie Sport, machte bei der Landfrauengymnastik mit. Als sie 70 war, da lernte sie noch das Schwimmen. Mit den Enkeln spielte sie selbst mit über 90 noch Fußball auf dem Hof, berichtete eine Enkelin.

Ihren Traum, einmal im Leben Sportlehrerin zu werden, hatte Grieb zwar nie verwirklichen können, aber die Liebe zum Sport blieb. Heute braucht sie allerdings häusliche Unterstützung. Die Knie und der Rücken wollen nicht mehr so wie in jüngeren Jahren. Ihre Kinder Hannelore Diehl sowie Gerhard und Klaus Grieb mit den Familien kümmern sich täglich um sie.

Die Hundertjährige zeigt noch reges Interesse am Tagesgeschehen in Pohlheim und darüber hinaus in der weiten Welt, liest täglich ihre Zeitung. Gerne schaut sie zudem Fernsehen. Ihre Favoriten dabei sind die Hessenschau sowie alte Shows mit Dieter Thomas Heck und Ilja Richter. Und hin und wieder greift sie zu einem guten Buch; "es darf auch einmal ein Liebesroman sein", meinte sie augenzwinkernd. (Foto: rge)

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