Stolz auf das Kleingarten-Refugium am Lückebach in Watzenborn-Steinberg: Vereinsvorsitzender Wilfried Schäfer (l.) und Rechner Manfred Stagg. FOTO: RGE
+
Stolz auf das Kleingarten-Refugium am Lückebach in Watzenborn-Steinberg: Vereinsvorsitzender Wilfried Schäfer (l.) und Rechner Manfred Stagg. FOTO: RGE

Immer mehr zieht’s ins Grüne

  • vonRoger Schmidt
    schließen

Pohlheim(rge). Im Kleingartenverein Lückebach in Watzenborn-Steinberg spürt man mit Blick auf die Nachfrage nach Gartenparzellen nichts von der Pandemie. "Alle 33 Gärten sind verpachtet; die Warteliste wird immer länger", berichten Vorsitzender Wilfried Schäfer und Rechner Manfred Stagg. 15 Anfragen von Interessenten liegen aktuell vor. Jetzt würde man die Anlage gerne erweitern. In deren Nachbarschaft liegt ein Gebiet der Stadt Pohlheim, das als "urbaner Raum" in einen Naturraum verwandelt wurde. Das sich selbst überlassene und inzwischen verwilderte Gebiet, auf dem auch ein großer Wurzelwerk-Haufen abgelagert wurde, bereitet den Kleingärtnern schon länger Probleme. Dort mussten z. B. in früheren Jahren Ratten bejagt werden, die offensichtlich von einem baufälligen Schafstall kamen.

Vorstoß für eine Erweiterung

Der Drang an die frische Luft und nach einem Stückchen Natur hat sich in den vergangenen Monaten coronabedingt vor allem bei jenen verstärkt, die in einer Mietwohnung leben. Sie suchen vermehrt Kleingärten auf dem Land. Der Kleingartenverein Lückebach freut sich über das Interesse. Die verpachteten Gärten bilden so auch alle Facetten eines typischen Gartens ab. Die Anlage liegt idyllisch oberhalb des Lückebachs mit Blick auf die Auen der Mockswiese. Liebevoll gepflegte Salat- und Gemüsebeete wechseln sich ab mit rankenden Rosenspalieren und Blumengärten. Bunt ist es, und die Anlage ist "tipptopp in Schuss": Darauf sind die Vorständler vom Kleingartenverein stolz. Sie haben frühzeitig ein Hygienekonzept entwickelt, damit die Anlage wieder öffnen konnte. Nur das Vereinsheim muss weiterhin geschlossen bleiben. "Die Gemeinschaft der Gärtner aus acht Nationen funktioniert", betonen Schäfer und Stagg und merken an: "Andere Länder, andere Sitten. Daran gewöhnt man sich, und am Ende macht es keinen Unterschied. Man spricht miteinander."

Inzwischen gibt es Überlegungen, wie man Jugendliche über die Naturpflege in den Kleingärten an den Verein heranführen könnte. Dazu wäre auch das benachbarte städtische Gebiet geeignet. In Gesprächen mit der Stadt will man eine Verbesserung der Situation erreichen. Bürgermeister Udo Schöffmann hat bereits den Umweltdezernenten und Ersten Stadtrat Ewald Seidler informiert. Da es seinerzeit für den "Urbanen Raum" offensichtlich Ökopunkte gegeben habe, müsse man abwarten, was möglich sei. Seidler versichert: "Der Status wird geprüft, auch in planungsrechtlicher Hinsicht."

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare