Klaus Röhrich
+
Klaus Röhrich

Bürgermeisterwahl

"Ich denke ökologisch": Das ist der Überraschungskandidat in Pohlheim

  • vonStefan Schaal
    schließen

Klaus Röhrich will Bürgermeister in Pohlheim werden. Die FDP und vorerst auch die Grünen lehnen eine Unterstützung allerdings ab.

Im Rennen um das Bürgermeisteramt in Pohlheim schaltet sich ein überraschender dritter Kandidat ein. Der 55 Jahre alte Klaus Röhrich will bei der Wahl gegen Amtsinhaber Udo Schöffmann (CDU) und SPD-Kandidat Andreas Ruck antreten.

"Ich habe mich dazu entschlossen in meiner alten Heimat als parteiloser Bürgermeisterkandidat anzutreten", erklärte Röhrich, der aus Watzenborn-Steinberg stammt. In den vergangenen drei Wochen sei die Entscheidung im Gespräch mit Freunden gereift.

Seit 1993 in Bad Schwalbach

Kurioserweise lebt Röhrich seit 1993 wie der SPD-Kandidat Ruck in Bad Schwalbach. Beide waren im vergangenen Jahr außerdem bei der dortigen Bürgermeisterwahl gegeneinander angetreten. Röhrich erhielt dabei 5,5 Prozent der Stimmen, Ruck kam auf 29,1 Prozent und unterlag später in einer Stichwahl.

Röhrich hat in Pohlheim die FDP und die Grünen um Unterstützung seiner Kandidatur angefragt. Die FDP hat dies abgelehnt, erklärte der Fraktionsvorsitzende Fabian Schäfer. "Wir freuen uns aber über einen dritten Kandidaten und unterstützen den demokratischen Prozess." Für die Grünen war die Anfrage Röhrichs zu kurzfristig, sagte deren Fraktionsvorsitzender Eckart Hafemann. Man wolle den Kandidaten zunächst kennenlernen.

Als Jugendlicher in der SPD

Als zentrale Anliegen gibt Röhrich an, den öffentlichen Nahverkehr zu verbessern, mehr Naherholungsgebiete in Pohlheim zu schaffen und die Stadt für Fußgänger und Radfahrer attraktiver zu gestalten. "Ich denke ökologisch", sagte er im Gespräch mit dieser Zeitung. Das geplante Gewerbegebiet in Garbenteich bezeichnete er als "richtige Sache", die Bürger müssten aber stärker eingebunden werden.

Als Jugendlicher gehörte Röhrich der SPD an, angemeldet von den Eltern. "Da aber für die jungen Leute überhaupt nichts in dieser Partei zu dieser Zeit getan wurde, trat ich nach Erreichung der Volljährigkeit wieder selber aus der Partei aus."

Seit 2008 in Kreisverwaltung tätig

Röhrich ist in Watzenborn-Steinberg aufgewachsen und führte 1984 bis 1988 die familieneigene Gaststätte "Zur Kutsch". Er ist gelernter Versicherungskaufmann, betreute drei Jahre lang bis 1989 eine Allianz-Hauptagentur. Von 1990 an arbeitete er als Kanalsanierungsfachmann in Hüttenberg, bis 1998 ein schwerer Unfall sein Leben erschütterte. Nach zwei Jahren Reha-Maßnahmen schulte er zum Verwaltungsfachwirt um. Seit 2008 arbeitet er in der Kreisverwaltung im Rheingau-Taunus-Kreis.

In seiner Freizeit engagiert sich Röhrich im Verein der Nassauischen Touristikbahn Wiesbaden. Zu seinen Hobbys zählt er außerdem klassische Musik und Wandern.

Wahltermin steht noch nicht fest

Der Zeitpunkt der ursprünglich für 23. August vorgesehenen Bürgermeisterwahl steht noch nicht fest. Wegen des Coronavirus wurde sie verschoben, sie soll frühestens am 1. November stattfinden. Erst wenn der Wahltermin feststeht, kann sich Röhrich offiziell für das Amt bewerben. Als unabhängiger Kandidat müsste er dafür 74 Unterschriften sammeln - die doppelte Zahl der Mitglieder im Stadtparlament. "Das werde ich schaffen", sagte er. "Ich habe Verwandtschaft und noch viele Freunde und  Bekannte in Pohlheim."

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare