Hilfe in schwierigen Momenten

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Pohlheim (bf). Gut 30 Interessierte waren der Einladung der Kolpingfamilie gefolgt, um im katholischen Pfarrzentrum von St. Martin dem Vortrag von Martin Sahm, Pfarrer der katholischen Gemeinden St. Paulus Lich und St. Andreas Hungen, über die Notfallseelsorge zu lauschen. Dabei erlebten sie einen zutiefst menschlich orientierten Abend.

Der Pfarrer ist seit fünf Jahren aktiv als vom Bischof beauftragter Notfallseelsorger. Er gab einen interessanten Einblick in die Arbeit der Notfallseelsorge, die es seit den 1990-er Jahren im Landkreis Gießen gibt. Sie steht Menschen in existenziellen Notsituationen bei und gewährt ihnen menschlichen und auch seelsorgerischen Beistand.

Behutsam und respektvoll

Sahm machte deutlich, dass die Notfallseelsorge dem christlichen Auftrag entspreche, in schwierigen Momenten des Lebens bei den Menschen zu sein. Dabei stehe der Mensch, der durch einen Schicksalsschlag getroffen wurde, immer im Mittelpunkt. Behutsam, respektvoll und gut reflektiert können Notfallseelsorger einfach »Dasein«, Zuhören oder Mitschweigen. Dabei wies der Referent auf die gute Zusammenarbeit mit Feuerwehr und Polizei sowie den anderen Einsatzkräften hin.

Auch Angehörige der Hilfsorganisationen kommen in ihren Einsätzen manchmal in Situationen, die belastend sind, zum Beispiel, wenn kleine Kinder oder Freunde betroffen sind. Um diese Situationen zu entschärfen und frühzeitig professionelle Hilfe zu leisten, gibt es seit vielen Jahren im Landkreis Notfallseelsorger, die rund um die Uhr erreichbar sind. Auch wenn diese kirchlich organisiert sind, habe die in Inanspruchnahme der Seelsorger nichts mit einem bestimmten Glauben oder der Zugehörigkeit einer Konfession zu tun. Die Notfallseelsorge wird über die Leitstelle Gießen alarmiert.

Verantwortlicher für die Notfallseelsorge im Landkreis Gießen - ein gemeinsames Angebot der evangelischen und katholischen Kirche - ist Dekan Pfarrer Hans-Theo Daum. Mehr als 50 Personen in den unterschiedlichsten Berufsgruppen (Pfarrer/innen und Ehrenamtliche), die speziell ausgebildet werden, um in diesen Situationen zu unterstützen und zu begleiten, arbeiten derzeit ehrenamtlich bei der Notfallseelsorge mit.

Erwin Müller, Vorsitzender der Kolpingfamilie Pohlheim, überreichte an Pfarrer Sahm eine Spende für die Arbeit der Notfallseelsorge. Neben einem kräftigen Applaus dankten die Besucher dem Referenten mit einem finanziellen Obolus für den gleichen Zweck.

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