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"Miss Saigon" trifft den "König der Löwen": Jan Hoffmann (r.) dirigiert die Jugendfreund-Chöre mit den Solisten Monika Neumann und Joachim "Jony" Ensle.

"Heißer Abend" für Jan Hoffmann

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Pohlheim (rge). Als nach fast drei Stunden Programm der Vorhang im Hans-Weiß-Saal der Volkshalle Watzenborn-Steinberg fiel, brandeten Jubel und Applaus auf: Beweis genug für eine überaus erfolgreiche Dekade musikalischen Schaffens von Dirigent Jan Hoffmann beim Frauen- und Männerchor des Gesangverein 1888 Jugendfreund. Beiträge von Volkslied bis zu Klassikern aus Oper, Musicals und Filmmelodien bildeten den klangvollen Rahmen eines "Best of" aus Hoffmanns zehn Jugendfreund-Jahren.

Das i-Tüpfelchen für die gute Stimmung in dem durch die hochsommerlichen Temperaturen aufgeheizten Konzertsaal waren musikalische Gäste aus Hoffmanns Kreis als Kapellmeister beim Stadttheater Gießen: So traten neben dem Stadttheater-Chor, der Band, dem Pianisten Georg Metz und Hermann Wilhelmi sowie den Solisten Andrea Pagani und dem Südkoreaner Leo Jang auch die "Schmachtigallen" auf.

Der Jugendfreund selbst steuerte mit den Solisten Joachim "Jony" Ensle und Monika Neumann seinen weiteren Teil für einen schönen Frühsommerabend bei.

Zum Auftakt hieß die Jugendfreund-Stammtischgruppe "Kapaunen" mit ihrem Erkennungslied die 450 Gäste flott willkommen. Wolfgang Schäfer und Klaus-Peter Burger blickten in ihrer Moderation auf die erste Begegnung mit Jan Hoffmann zurück: "Mit einem roten Pullover fing alles an." Sie erinnerten an die ersten freundschaftlichen Takte als "Aushilfschorleiter" bei den Kapaunen. Die Anfrage zur Übernahme der Dirigentstabes beim Männerchor folgte.

Liebeserklärung zum Finale

Gaby Häuser dankte Hoffmann für sein damaliges "Jawort", dem wenig später die Dirigententätigkeit beim Frauenchor anschloss. "Jede Probe ist bis heute ein besonderes Ereignis", so die stellvertretende Jugendfreund-Vorsitzende. Dann ging es auf die Reise durch Epochen und Musikrichtungen, die mit Silchers "Entschuldigung" vom Jugendfreund-Männerchor und in diesem Block bei Siegler-Legels Wolga-Epos ihren Anfang nahm. Die Weiblichkeit ihrer Stimmen spielten danach die Sängerinnen des Jugendfreund-Frauenchores aus, die zum einen zärtlich mit Bette Midlers "From a Distance" einstimmten und ihre Wandlungsfähigkeit beim Les Humphreys’-Hit "Mama Loo" bewegend im Pop ausspielen konnten. Stadttheater-Bariton Leo Lau, der für den erkrankten Bariton vom Tiroler Landestheater Joachim Seipp eingesprungen war, brillierte mit einem Satz von Robert Schumann und spätet mir "Figaros Hochzeit" aus Rossinis "Barbier von Sevilla". "Am Brunnen vor dem Tore" hatten die "Schmachtigallen" zum Einstieg ihres persönlichen "Best of" ausgesucht, dem passend schmachtend an eine Konzertbesucherin das "Oh, Anett" in einer ganzen Reihe von Glanzlichtern folgte. Gemeinsam mit den Jugendfreund-Chören stimmte der Chor des Stadttheaters aus der Orffschen Kantate "Carmina Burana" den dramatischsten und bekanntesten Teil "O Fortuna" vor der Pause an.

Andrea Pagani stellte für den zweiten Teil populäre Stücke aus der Opernwelt in Aussicht. Er erinnerte schmunzelnd an das Regenkonzert 2013 unter dem Titel "Voci nella notte" auf das Mockswiese. Ein Highlight daraus war der Chor der Zigeunerinnen und der Stierfechter aus Viverdis "Traviata", hervorragend durch die Jugendfreundchöre und von Stadttheater-Akteuren interpretiert.

Von Musical-Melodien aus Jugendfreund-Konzerten von 2015 und 2018 mit dem "König der Löwen" und "Miss Saigon" - solistisch getragen von Jony Ensle und Monika Neumann - war das Publikum ebenso angetan, wie von Paganis Solo mit "Draußen" aus "Dem Glöckner von Notre Dame". Die Chorsänger boten Ufa-Melodien aus den 30ern, arrangiert von Severin Geissler. Die Chorfrauen interpretierten das romantische "You raise me up" von Rolf Løvland. Die Eroberung des Paradieses im "1492 Conquest of Paradise", ebenfalls arrangiert von Geissler, bildete den fulminanten Abschluss.

Eine schöne musikalische Überraschung für Jan Hoffmann bot dessen Tochter Madalena mit einer Liebeserklärung an den Papa. Jugendfreund-Vorsitzender Thomas Telling überreichte ihm ein Geschenk und dankte allen Mitwirkenden für diesen tollen Abend. Lang anhaltenden Applaus gab es für alle.

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