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Das "Trio Tromba Cordiale" spielt in der Grüninger Kirche. FOTO: RGE

Ein halbes Jahrtausend alt

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Pohlheim(rge). Beim Paul-Hutten-Chor handelt es sich nicht - wie man in der singenden Stadt Pohlheim durchaus vermuten dürfte - um ein Ensemble, sondern um ein Bauwerk. Dass dieses nun 500 Jahre alt wird, wurde mit einem Konzert mit dem "Trio Tromba Cordiale" gefeiert.

Der damalige Stifter des Paul-Hutten-Chores, der gleichnamige Erfurter Weihbischof und gebürtige Grüninger, hätte sich sicherlich über den würdigen Rahmen gefreut.

Im Jahr 1520 war der Chor der Kirche errichtet und nach ihm benannt worden, erinnerte in seiner Begrüßung Kirchenvorsteher Martin Noack. Hutten hatte bereits 1514 den Heiligkreuzaltar in der Kirche geweiht.

Auf die Epoche der Renaissance folgte die Zeit des Barock, die in dem Konzertprogramm ihren Ausdruck fand. Entsprechend war der Paul-Hutten-Chor illuminiert und mit Kostümen dieser Epoche dekoriert. Ein Tisch war zudem für "die Leut gedeckt", die angeblich einstmals im Chor leben sollten. "Holzwürmer" seien aber nur dort zu Hause, so Noack augenzwinkernd.

Grüningen statt Elbphilharmonie

Die "Sonata Prima" aus der Feder von Giovanni Viviani bildete den Einstieg in die Barockmusik, die sich durch die modernen Tonarten Dur und Moll auszeichnete.

Das Bindeglied des ausgezeichneten Trios zu dem Pohlheimer Stadtteil bildete Lydia Blum am Cello. Die Musikerin, die in Grüningen im Pfarrhaus als Tochter vom früheren Ortspfarrer Heinrich Blum aufwuchs, hatte ihre Wurzeln nicht vergessen. So war sie mit ihrem Ehemann und Musiker Markus Bebek an den Ort ihrer Jugend gekommen. Bebek beherrschte virtuos die Trompete - was bei seiner Vita nicht verwundert: Sonst spielt er für die Zuhörer in der Hamburger Elbphilharmonie sowie in Opernhäusern in Frankfurt, Dresden, München und Berlin. Dritter im Bunde war Jens Amend, der in der ganzen Welt gefragter Orgelspieler ist. Das gerade er als versierter Interpret der Orgelwerke Bachs, auch drei seiner Werke wie beim "Präludium und Fuge G-Dur BWV 541" aufführte, war dann auch ein besonderes Geburtstagsgeschenk zu Ehren des altehrwürdigen Paul-Hutten-Chores.

Im Zusammenspiel mit dem Cello-Spiel von Blum war zuvor Antonio Vivaldis "Sonata RV 44" zu Ehren gekommen. Nachdem Bachs in Noten gesetzte sakrale Bitte "Kommt Du nun, Jesu, vom Himmel herunter" in Trompeten- und Orgelklängen das Kirchenschiff erfüllte, hatten sich die Instrumentalisten als besondere Klangfarbe die "Sonata c-Moll" ausgesucht. Begeisternder Beifall folgte. Nächste Veranstaltungen im Rahmen des Jubiläums "500 Jahre Paul-Hutten-Chor" sind das "Grüne Soße Essen am 5. April und das Gemeindefest "Rund um die Kirche" am 14. Juni.

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