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Die Premiere bestreiten (v. l.) Cordula Scobel, Dorotea Pavone, Lily Velten und Adele Franz. FOTO: GDP

Gelungene Premiere für "Abendmusik"

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Pohlheim(gdp). Nach 14 Jahren "Orgel+" und einem Jahr Pause erklingt nun wieder allmonatlich die große Orgel in der Watzenborn-Steinberger Christuskirche im Kanon mit anderen Instrumenten und Gesängen. Dass die Sehnsucht nach dieser musikalischen Stunde der Einkehr, Besinnung und Freude ungebrochen ist, bewiesen die 120 Besucher auf Empore und im Kirchenschiff.

Die Premiere der neuen Reihe "Abendmusik" gestalteten die Organistinnen Dorotea Pavone, Adele Franz, Cordula Scobel (Kantorin im Dekanat und der Gemeinde Watzenborn-Steinberg) und Lily Velten mit ihrer Violine. Erstes Lied war passenderweise die Ouvertüre "Die Zauberflöte" von Mozart, bei dem die beiden Organistinnen Scobel und Pavone einen wunderschönen Klangteppich in den Kirchenraum zauberten.

Wie dabei die vier Hände auf der Spieltischtastatur und vier Füße auf der Pedalklaviatur nicht nur harmonisch synchron, sondern auch rhythmisch exakt die unterschiedlichsten Kompositionen von traditioneller Kirchenmusik bis hin zu aktuellen Titeln spielten, war erstaunlich und begeisternd zugleich. Manchmal hätte man gar glauben können, ein zusätzliches Drehorgelspiel von einem benachbarten Dorfplatz zu hören, welches die Organistinnen jedoch fein aus dem "Orgel-Rückpositiv" erklingen ließen.

Mit dem zweiten Orgelduett, dem "Kanon in D" von Pachelbel, verstärkten die sanften, ruhigen und vollen Harmonien die angenehme Atmosphäre der "Abendmusik" in der Christuskirche.

Zu tieferem Abgleiten in yogaähnliche Entspannungsphasen kam es jedoch nicht, da bereits beim nächsten Orgelduett "Max Cat Rac" nicht nur Scobel und Pavone die Sitzposition auf der Orgelbank tauschten, sondern ihre Hände und Füße nur so hin- und her- sausten .

Gesang zu Violinenklängen

Mit dem geistlichen "A Verse" von Carleton und den dabei erklungenen feinen Harmonien senkte und beruhigte sich der zuvor aufgeblühte Stimmungsbogen wieder in besinnlich-ruhigere Sphären.

Bei den Kompositionen "Jesus soll mein erstes Wort" (Bach), "Wohl dem, der nicht wandelt" (Schütz) und dem "Jesu, kommt zu deiner Kirche" (Bach) zeigten Pavone als Sopranistin und Scobel als Altistin, dass sie zu ihrem Orgelspiel auch mit Solo- und Duettgesang ihr Publikum zu begeistern wissen. Instrumental begleiteten sie dabei Adele Franz an der Orgel und Lily Velten mit der Violine.

Sehr beeindruckend, wie die Musikerinnen die unterschiedlichen Kompositionen in Rhythmus, Dynamik und Harmonie zur Freude ihrer Zuhörer erstrahlen ließen. Es bleibt zu hoffen, dass die vier nach diesem ersten gemeinsamen Auftritt noch öfter die Herzen der Kirchenmusikfreunde erfreuen werden.

Mit der "Abendmusik" ist eine Veranstaltungsreihe geboren, die Lust auf mehr macht, was auch der große Applaus am Konzertende ausdrückte.

Die nächste Abendmusik mit Hermann Wilhelmi (Orgel) und Martin Wilhelmi (Posaune) ertönt am Freitag, 13. März, um 19 Uhr in der Christuskirche Watzenborn-Steinberg.

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