Es geht um den Einzelfall

Im katholischen Pfarrzentrum von St. Martin fand jüngst ein Gesprächstag statt. Das Thema lautete: "Mit Christus gehen – der Einheit auf der Spur. Konfessionsverbindende Ehen und gemeinsame Teilnahme an der Eucharistie". Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hatte dazu eingeladen. Rund 100 Personen, darunter Pfarrer sowie haupt- und ehrenamtliche kirchliche Mitarbeiter, nahmen an der Veranstaltung teil. Sie wurde von Dr. Claudia Sticher (Leiterin der Abteilung Fortbildung und Beratung im Bischöflichen Ordinariat Mainz) moderiert. Die Teilnehmer wurden von Gemeindepfarrer Dr. Ludger Müller begrüßt. An Bischof Kohlgraf gerichtet sagte Müller: "Wir brauchen Sie als Hirt, als gläubiger Christ und als Impulsgeber".

Im katholischen Pfarrzentrum von St. Martin fand jüngst ein Gesprächstag statt. Das Thema lautete: "Mit Christus gehen – der Einheit auf der Spur. Konfessionsverbindende Ehen und gemeinsame Teilnahme an der Eucharistie". Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hatte dazu eingeladen. Rund 100 Personen, darunter Pfarrer sowie haupt- und ehrenamtliche kirchliche Mitarbeiter, nahmen an der Veranstaltung teil. Sie wurde von Dr. Claudia Sticher (Leiterin der Abteilung Fortbildung und Beratung im Bischöflichen Ordinariat Mainz) moderiert. Die Teilnehmer wurden von Gemeindepfarrer Dr. Ludger Müller begrüßt. An Bischof Kohlgraf gerichtet sagte Müller: "Wir brauchen Sie als Hirt, als gläubiger Christ und als Impulsgeber".

Mit dabei waren Dr. Alexander Nawar (Ökumene-Referent des Bistums Mainz) und Dr. Jörg Bickelhaupt (Referent für interkonfessionellen Dialog vom Zentrum Ökumene der EKHN und der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck), die über den "Ökumenischen Dialog hinsichtlich des eucharistischen Sakraments" referierten. Nach kontroversen Diskussionen wurde 2018 die Orientierungshilfe veröffentlicht. Ursprünglich gedacht als Handreichung der deutschen Bischofskonferenz, erschien der Text als Orientierungshilfe, die Papst Franziskus in die Verantwortung des einzelnen Diözesanbischofs stellt.

In den vergangenen Monaten hat Bischof Kohlgraf eine Reihe von sehr persönlichen Stellungnahmen und Erfahrungsberichte erreicht, in der viele die Ausrichtung der Orientierungshilfe teilen, aber manche auch Anfragen formulierten. Er wollte das Papier nichts ins Netz stellen, ihm war es ein Anliegen, die Orientierungshilfe ausführlich vorzustellen sowie die verschiedenen Stimmen zu hören und über das Thema ins Gespräch zu kommen. Die Inhalte der Gespräche, Beiträge und kritische Anfragen sollen dann in eine Pastorale Leitlinie für das Bistum Mainz einfließen, die die Orientierungshilfe für das Bistum "funktionstüchtig" machen soll. Mit dem Nachdenken über die gemeinsame Teilnahme an der Eucharistie in konfessionsverbindenden Ehen sei die Chance verbunden, zu einem vertieften Verständnis zu finden, was Eucharistie und Leben mit Christus bedeute. "Seit Jahrzehnten sind wir uns im ökumenischen Gespräch nähergekommen, als viele offenbar wissen", sagte Kohlgraf in seiner Hinführung zum Thema.

Eucharistie ist kein Randthema des Glaubens, Orientierungshilfe ist auch eine Anfrage und eine Chance nachzudenken, "was uns Katholiken betrifft", so Pfarrer Martin Weber (Heusenstamm), der auch über biografische, pastorale und theologische Anmerkungen eines Gemeindepfarrers zur Orientierungshilfe referierte. Über den "Ökumenischen Dialog hinsichtlich des eucharistischen Sakraments" informierte Nawar, der unter anderem das katholische und evangelische Verständnis der Eucharistie erläuterte. Über die evangelische Abendmahlpraxis und deren Veränderung sprach Bickelhaupt, der feststellte, dass die Feier des Abendmahles keine konfessionelle Bindung ist.

Den Ausführungen schlossen sich Erfahrungsberichte aus den beiden konfessionsverbindenden Ehen von Dr. Franz Xaver und Irene Wieselhuber (Pfarrei St. Martin Pohlheim/seit 1972 verheiratet) sowie von Andreas und Martina Exler (Pfarrei St. Josef Langgöns/seit 20 Jahren verheiratet) an. Beide Ehefrauen sind evangelisch getauft, die Paare haben jeweils zwei Kinder, die im katholischen Glauben erzogen wurden. Der gemeinsame Glaube an Gott verbindet beide Ehepaare, bei denen durchaus der Wunsch besteht, den Leib Christi in der Eucharistiefeier in Empfang nehmen zu können.

Nach einer Pause nahm Bischof Kohlgraf Stellung zur 39-seitigen Orientierungshilfe. Sie soll für die Menschen eine Hilfe und eine "pastorale Handreichung" für Seelsorger sein, die Gewissensentscheidung zu begleiten und zu akzeptieren. Das Gespräch diene dazu, dass Menschen zur Gewissensbildung kommen. Der Bischof verpflichtet die Pfarrer, sich dem Gespräch zu stellen, es gehe jeweils um einen Einzelfall. (Foto: pm)

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