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Rätselhaft

Geheimnisvolle Skizze aufgetaucht - GAZ-Leser lösen Rätsel um Gemälde des unbekannten Künstlers

  • VonRoger Schmidt
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Eine alte Skizze der Neumühle und des Schiffenbergs sorgte in Pohlheim für Rätselraten. Dank dieser Zeitung ist das Geheimnis um das Bild nun aufgeklärt.

Das Rätsel einer alten Skizze, die Watzenborn-Steinberger Ansichten des Klosters Schiffenberg und der Neumühle zeigt, ist gelöst. Nachdem die Schriftführerin des Ortsvereins der Heimatvereinigung Schiffenberg, Renate Becker, mit den Recherchen begonnen hatte und ein Zeitungsartikel mit Bitte an die Leser um »Fahndungshilfe« erschienen war, führte genau dieser Artikel zum echten Bild.

Die Gießener-Allgemeine-Leser Gerd und Sieglinde Viehl aus Homberg/Ohm erkannten das Bild sofort - denn es hängt in ihrem Wohnzimmer. Sie hatten für die geschichtsinteressierte Pohl-heimerin noch entsprechende Informationen zur Herkunft und den Maler parat. Der Künstler war Friedrich (Fritz) Becker.

Dieser wurde 1854 im Büdinger Ortsteil Düdesheim als Sohn des Lehrers Georg Becker geboren wurde und im Alter von 93 Jahren in Homberg/Ohm verstarb. Als Heimatstadt ist die Keltenstadt Glauburg in der Wetterau in Archiven vermerkt. Den heutigen Besitzern selbst war bis diese Tage nicht bekannt welches künstlerische Landschaftspanorama ihr Ölgemälde abbildet.

Das Bild stammt aus einem Nachlass, den die Eltern von Sieglinde Viehl beim Hauskauf in Homberg/Ohm in den 1950er Jahren erworben hatten. Die vorherige Besitzerin war verwandtschaftlich mit dem Maler Friedrich (Fritz) Becker verbunden. »Onkel Fritz« war der Bruder deren Mutter und hatte an der Justus-Liebig-Universität studiert, wussten Viehls noch aus dem Wissen der Vorbesitzerin zu berichten. Die war im Jahr 1988 im Alter von 93 Jahren verstorben.

Renate Becker fragte nach diesen Informationen im Uni-Archiv nach und tatsächlich wurde sie fündig. Im Sommersemester 1873 und 1874 fanden sich entsprechende Einträge über den Studenten der Philologie. Jetzt geht sie davon aus, dass das Bild um eben diese Studienjahre entstanden ist. Zudem ist auf dem Original die auf der Skizze fehlende Eisenbahnstrecke zu sehen, die erst nach 1869 gebaut wurde. Ein weiterer Hinweis für den Zeitraum des Entstehens. Hinzugefügt wurde vom Maler noch die Karbersmühle an der heutigen Bahnhofstraße in Watzenborn.

Die als Vorlage dienende Skizze führte so nun über einen Fund im Antiquariat durch Peter Mende aus Lauterbach über die Pohlheimerin Renate Becker und die Gießener Allgemeine zum Original-Gemälde und dessen Herkunft nach Homberg/Ohm. Bei Viehls gibt es noch zwei weitere Bilder von Fritz Becker mit Homberger Motiven (Schloss und Frankfurter Straße). Auch sie sind glücklich, dass das Geheimnis um das Bild der für sie bisher unbekannten Mühle gelüftet ist. rge/FOTO/REPRO: RGE

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