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Ein Tag des offenen Rathauses ist eine Idee für das Festjahr. Bürger könnten hierbei einen Blick in Bereiche werfen, die sie sonst als Besucher nicht kennen. (Archivfoto: pad)

Wie den Geburtstag feiern?

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Pohlheim (pad). "Wie schön, dass du geboren bist, wir hätten dich sonst sehr vermisst": So lautet die Zeile eines Kinderliedes, das zu Geburtstagen gesungen wird. Als 1971 aus sechs Orten die Gemeinde gegründet wurde, dürfte sich noch nicht jeder Pohlheimer darüber gefreut haben. Die Gebietsreform hatte auch Kritiker. 48 Jahre später ist das jedoch Schnee von gestern. Im Sport- und Kulturausschuss wurde nun darüber diskutiert, wie man den runden Geburtstag Pohlheims 2021 feiern möchte.

Angelika Bartosch (SPD) hatte die Idee für eine Art Talkrunde mit Pohlheimern, die sowohl rückblickend als auch in die Zukunft gerichtet über Geschichte und Gewerbe in Pohlheim berichten und diskutieren. Zudem schlug sie einen Tag des offenen Rathauses vor. "Es gibt viele Bürger, die vielleicht aufs Einwohnermelde- und Standesamt gekommen sind. Aber das weiße Haus vom Bürgermeister kennen sie nicht."

Prof. Ernst-Ulrich Huster (SPD) sprach sich gegen einen groß angelegten Festakt aus: "Da kommen nur die zehn Leute, die von Amtswegen zugeführt werden." Stattdessen könnte man eine publikumsträchtige Veranstaltung, etwa mit einem Musik- oder Kabarettprogramm, organisieren. "Dann kommt auch die Bevölkerung." Den Festakt würde er lieber in einer "Stadtverordnetenversammlung mit festlichen Programm" sehen. "Da sollte nicht die Erhöhung der Abwassergebühren dabei sein."

Gegenseitige Besuche

Reiner Leidich (CDU) unterstützte die Idee eines zentralen Festes, weitete diese jedoch aus: In jedem Stadtteil könnte es eine weitere Veranstaltung mit "Bezug zur Gemeinschaft" geben. Zudem sollten die Ortsbeiräte befragt werden, welche Ideen sie für das Jubiläum haben. Diese könnten auch die Vereine mit ins Boot holen. Bedenken gab es hierzu von den Freien Wählern. Björn Feuerbach sagte: "Sieben Veranstaltungen über das Jahr hinweg - man muss aufpassen, dass es nicht zu viel wird."

Bürgermeister Udo Schöffmann sagte, dass die Feiern in den Stadtteilen an traditionelle Veranstaltungstermine angedockt werden könnten. "Das ist nicht schädlich, wenn gemeinsam mit 50 Jahre Pohlheim gefeiert wird." Stattdessen sorge dies für noch mehr Besucher. "Vielleicht kommen dann auch die aus Watzenborn nach Dorf-Güll, die da sonst nie sind."

Ulrich Sann (Freie Wähler) sprach sich gegen dezentrale Veranstaltungen aus. Er träume von einer Menschenkette durch alle Stadtteile. Diese marschieren dann an einen zentralen Punkt, "der Bürgermeister hält eine Ansprache, und das wars". Dies sahen die anderen Fraktionen anders: Sowohl Peter Alexander (SPD) als auch Leidich betonten, dass bei solch einem Jubiläum die Ortsbei- räte mit ins Boot zu holen seien.

Ausschussvorsitzender Lorenz Diehl fasste die Hausaufgaben für den Ausschuss bis zur nächsten Sitzung im Februar zusammen: Es solle eine zentrale Veranstaltung geben und zudem in den Ortsbeiräten nachgefragt werden, ob hier weitere Veranstaltungen für das Jubiläumsjahr organisiert oder in diesem Rahmen stattfinden sollen. Dabei solle der gemeinsame Austausch im Vordergrund stehen. Leidich regte an, dass sich alle Fraktionen im Vorfeld schon einmal zusammensetzen und dann konkrete Vorschläge für das zentrale Fest mitbringen.

Übrigens steht 2024 ein weiteres Jubiläum an: Dann heißt es 50 Jahre Stadtrechte.

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