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Ewald Stumpfs Lieblingsplatz ist der Sportplatz. Im Hintergrund das nach ihm benannte Vereinsheim.

Garbenteichs "Mister Sport"

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Pohlheim (rge). In Garbenteich und der mittelhessischen Sportregion ist er als "Mister Sport" vielen Sportfreunden bestens bekannt: Ewald Stumpf feiert am heutigen 1. November seinen 95. Geburtstag

Schon zu seinen Lebzeiten wurde ihm ein Denkmal für seine unermüdlichen Verdienste rund um den SV Garbenteich gesetzt: Das Vereinshaus trägt seinen Namen. Und dies mit gutem Grund: Die moderne Garbenteicher Sportanlage an den Keßlerswiesen wäre ohne sein Engagement und seine bekannte Hartnäckigkeit undenkbar.

Auf sein Konto als Ehrenamtler gehen alleine fast fünf Jahrzehnte als SV-Vorsitzender. Erst 2014 übergab er den Staffelstab an seine Nachfolger. In diesem Sommer wurde er noch für 80 Jahre Vereinsmitgliedschaft geehrt. An seinem Ehrentag lädt der rüstige Jubilar zum Geburtstagsempfang in das nach ihm benannte Sportheim auf dem Sportgelände von 10.30 bis 13 Uhr Familie, Freunde und Wegbegleiter ein.

Stalingrad überlebt

1924 in Garbenteich geboren, verbrachte er dort sein ganzes Leben. Er besuchte die Volksschule und wurde ab 1939 bei Heyligenstaedt in Gießen zum Eisendreher ausgebildet. 1942 musste er zur Wehrmacht, kämpfte nach Stationen in Frankreich und Italien ab Februar 1944 in Russland bei Stalingrad und wurde dort schwer verwundet. Er erinnert sich noch an die 38 Kilometer, die ihn ein Kamerad auf dem Schlitten durch den russischen Winter zog. Dieser rettete ihm in Rückblick das Leben, denn als Schwerkriegsbeschädigter war er nach dem Lazarett zu Weihnachten 1944 bereits wieder in seinem Heimatort. Noch heute berichtet er als Zeitzeuge Schülern von diesen traumatischen Erlebnissen mit den gesehenen Kriegsgräueln.

Überhaupt hat Stumpf ein Langzeitgedächtnis und Lebendigkeit, das Staunen lässt. Ereignisse, Daten und Namen - kein Problem für den 95-Jährigen. Er kann Geschichten erzählen. Umgeschult zum Büro-Kaufmann arbeitete er nach dem Krieg bis zum Ruhestand 1983 bei Heyligenstaedt im kaufmännischen Bereich. 1946 heiratete er seine Ehefrau Gerda. Aus der Ehe ging ein Sohn hervor. Gerda Stumpf starb 1979. 1998 gab er noch einmal sein Jawort, diesmal seiner zweiten Ehefrau Ingrid. Insgesamt freute er sich über 9 Enkel und vier Urenkel.

Seine gesamte Freizeit opferte er ab 1938 dem Garbenteicher Sportverein. Von 1946 bis 1967 hatte er bereits in jungen Jahren den Posten des Geschäftsführers inne. Spielausschuss, Jugendleiter im Verein und in der Fußballabteilung sowie in den Gremien des Sportkreises Gießen waren einige der weiteren Stationen in diesen Jahrzehnten. Auf insgesamt 80 Jahre, davon 46 an der Spitze, summiert sich Stumpfs SV-Zeit. Für sein ehrenamtliches Wirken erhielt er 2011 den Verdienstorden am Bande des Landes Hessen.

Von der Stadt Pohlheim wurde ihm die Goldene Plakette verliehen, vom Hessischen und Deutschen Fußballverband wurde er mit Auszeichnungen gewürdigt. Heute verfolgt er noch das sportliche und gesellschaftliche Geschehen rund um den SV und ist regelmäßig vor Ort auf seinem Sportplatz. Zudem organisiert er mit fünf Sportkameraden jährlich Veranstaltungen und ist im Seniorenbeirat des Vereins aktiv. "Mister Sport" ist und bleibt er von ganzem Herzen.

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