"Feldflur erhalten"

BI Garbenteich gegen Pläne der Revikon GmbH

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Pohlheim(pm). Bei den politischen Entscheidungsträgern sind die Pläne der Revikon GmbH für ein klassisches Gewerbegebiet in Garbenteich-Ost überwiegend auf Wohlwollen gestoßen. Nicht jedoch bei der Bürgerinitiative Garbenteich. "Die Situation, die zur Gründung der BI geführt hat, ist damit wieder hergestellt", schreibt der Vorstand in einer Pressemitteilung. Zwar seien die Pläne für ein Outlet-Center vom Tisch, aber ein 30 Hektar großes Gewerbegebiet sei ebenfalls nicht akzeptabel. "Die Feldflur im Garbenteicher Osten muss erhalten bleiben", fordert die BI. Die Versiegelung landwirtschaftlicher Flächen laufe aktuellen Klimaschutzzielen zuwider, denn das Abbaggern von Ackerböden setze große Mengen CO2 freis. Zusätzlich tragen Äcker durch Versickerung von Niederschlägen entscheidend zum Hochwasserschutz und zur Grundwasserbildung bei.

Nach Angaben der BI würden weitere 30 Hektar Gewerbegebiet dazu führen, dass in Garbenteich die Gewerbeflächen größer sind als der Wohnort selbst. Schon heute habe man mit 50 Hektar mehr Gewerbeflächen als der Rest von Pohlheim zusammen. Die Folgen - mehr Verkehr, Lärm, Licht und Abgase - machten bekanntlich krank.

Die BI plädiert dafür, bestehende Gewerbeflächen im "Gebrannten Triesch" entlang der Autobahn zu reaktivieren. Dort stünden hinter dem ehemaligen VOKO-Gelände noch über 17 Hektar zur Verfügung. Bei deutlich geringerem Flächenverbrauch sei dort in ortsferner Lage eine Gewerbeentwicklung mit Augenmaß und lokalem, nachhaltigem Ansatz möglich.

"Das Gebiet zwischen Admonter Ring und Autobahn stellt die letzten zusammenhängenden Ackerflächen in Garbenteich dar; der Verlust der Flächen gefährdet die Existenz unserer letzten bäuerlichen Betriebe", moniert die BI. "Der Verlust solcher Flächen wird immer wieder in Sonntagsreden beklagt, aber kaum jemand tut etwas dagegen." Zudem werde der Garbenteicher Osten intensiv als Naherholungsgebiet genutzt und biete vielen Arten wie Rot-Milan, Bussard, Neuntöter und Lerchen Lebensraum. Kein noch so angeblich ökologisch entwickeltes Gewerbegebiet werde den Verlust dieser Artenvielfalt verhindern. Die BI fordert daher: "Das seit Jahrzehnten übliche Wachsen auf Kosten der Lebensqualität mit unwiederbringlicher Vernichtung von Ackerland muss aufhören."

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