Tim van Slobbe
+
Tim van Slobbe

»Für Erhalt der Natur kämpfen«

  • vonStefan Schaal
    schließen

Pohlheim (srs). Der Vorsitzende des Kreisausländerbeirats, Tim van Slobbe, schließt sich der Partei der Grünen an. Er werde seine Aufgabe im Ausländerbeirat weiter überparteilich ausüben, versicherte er. Der Schritt überrascht indes, nachdem van Slobbe die grüne Landtagsfraktion erst vor wenigen Monaten noch scharf kritisiert hatte.

»Ich habe über den Eintritt bei den Grünen lange nachgedacht«, erklärte er im Gespräch mit dieser Zeitung. Ihm gehe es darum, sich gegen den Klimawandel und für die Natur zu engagieren. Bisher hatte van Slobbe keiner Partei angehört.

Anfang des Jahres hatte der Pohlheimer über die von der schwarz-grünen Koalition im Landtag eingebrachten Novelle der Kommunalverfassung geschimpft, CDU und Grüne hatten mit der Novelle viele Migranten gegen sich aufgebracht. Denn demnach können Kommunalparlamente gewählte Ausländerbeiräte zukünftig durch nicht öffentlich tagende Integrations-Kommissionen ersetzen. So lasse man Ausländer und Migranten »aus dem Sichtfeld der Öffentlichkeit verschwinden«, argumenterte van Slobbe.

Die Änderung der Kommunalverfassung sei »logikfrei«, erklärte der Vorsitzende des Ausländerbeirats auch wenige Tage nach seinem Beitritt in die Partei der Grünen Ende November. Auch dass die hessische Grünen-Fraktion die Rodungen für den Ausbau der A 49 mitträgt, lehne er vehement ab, erklärte van Slobbe.

Doch gerade vor diesem Hintergrund gelte es, die Basis der Grünen zu stärken, die bei weitem drängendste und wichtigste Frage der Umweltproblematik verstärkt anzugehen und für den Erhalt der Natur zu kämpfen. »Gegen den Klimawandel ist die Corona-Pandemie ein Kindergeburtstag«, sagte van Slobbe.

Der Entschluss, den Grünen beizutreten, sei in den vergangenen Wochen im Rahmen von mehreren Besuchen bei Aktivisten im Dannenröder Forst gereift. »Viele treten ja derzeit wegen des Konflikts um den Dannenröder Forst aus der Grünen-Partei aus«, sagte van Slobbe. »Aber das ist der falsche Weg.«

Kommunalpolitisch werde er sich weder in einem Ortsbeirat, noch in einer Grünen-Fraktion im Stadtparlament oder auf Kreisebene engagieren, betonte der in Dorf-Güll lebende van Slobbe. FOTO: PM

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare