Ende eines Schandflecks

  • VonRoger Schmidt
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Pohlheim (rge). Seit Jahren wuchert hinter Absperrgittern Unkraut auf einem Abhang in Watzenborn-Steinberg. 2016 wurde hier eine öffentliche Treppe abgerissen, die zur Mockswiese führt, seitdem hat sich wenig getan. Nun kommt endlich Bewegung in die Angelegenheit, insbesondere Anlieger des städtischen Anwesens in der Bahnhofstraße freuen sich.

Auf Anregung einiger Anlieger stellte Bürgermeister Andreas Ruck die Planungen vor Ort vor und teilte mit, dass der Bau des Verbindungswegs noch in diesem Jahr abgeschlossen werden soll.

Jahrelange Klagen von Anwohnern

Die Planung, die einen mehrfach geschwungenen wassergebundenen Fußweg vorsieht und auch wieder Sitzgelegenheiten anbietet, fand bei den Anliegern große Zustimmung. Anwohner freuen sich, dass der nach dem Abriss entstandene Schandfleck beseitigt werde »und die Anlage wieder dem Nutzen der Bürger dient«

Wenn alles glatt läuft, dürften Spaziergänger bald auf einem neu angelegten, serpentinenartigen Weg mit vereinzelten Treppenstufen schlendern. Blühflächen, Bienenweiden sowie Bäume und Sträucher sollen gepflanzt werden. Ein Insektenhotel ist geplant, unten soll ein Biotop für Zauneidechsen angelegt werden. Wenige Meter entfernt, am Fuß des Abhangs, soll außerdem ein kleiner Park entstehen.

Das Stadtparlament hat die Pläne im vergangenen Jahr einstimmig verabschiedet. Der frühere Erste Stadtrat Ewald Seidler (Freie Wähler) hatte das Projekt mit dem Dezernat für Stadtentwicklung, Umwelt, Klima, Energie und Tourismus ausgearbeitet.

Jahrelang hatten sich Pohlheimer über das brach liegende Grundstück beschwert. Der Abriss der Treppenanlage hatte 2016 für mächtig Ärger gesorgt. Anwohner beklagten, dass sie nicht mehr direkt auf das Areal rund um die Mockswiese gelangen können. Stattdessen müssen sie einen Umweg entlang der Bahnhofstraße wählen, der besonders für Kinder gefährlich sei, da auf der viel genutzten Straße der Bürgersteig sehr schmal und kaum vorhanden ist, monierten die Anwohner, die für ihr Anliegen auch eine Unterschriftenliste ins Rathaus geschickt hatten.

Vor dem Abriss war die Treppe aufgrund ihres maroden Zustands mehr als drei Jahre gesperrt gewesen. Danach war lange Zeit über eine Wiederherstellung diskutiert worden. Diese hätte nach Schätzung des Bauamts der Stadt 100 000 Euro gekostet, eine behindertengerechte Variante 135 000 Euro. Dies lehnte der Ortsbeirat Watzenborn-Steinberg aus Kostengründen ab. Im Oktober 2017 hatte das Stadtparlament beschlossen, die abgerissene Treppenanlage nicht wieder herzustellen.

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