Emil Bayer
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Emil Bayer feiert heute seinen 100. Geburtstag

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Pohlheim (bf). Im Kreise seiner Familienangehörigen und im Haus seiner Tochter Ursula Steidl mit Ehemann Anton feiert heute in Hausen Emil Bayer seinen 100. Geburtstag. Leider lassen die aktuelle Corona-Lage sowie der gesundheitliche Zustand des Jubilars es nicht zu, Gratulationswünsche persönlich entgegenzunehmen.

Emil Bayer wurde am 18. Januar 1921 in Worms geboren. Nach Abschluss der Volksschule erlernte er den Beruf des Installateurs, den er nach erfolgtem Abschluss noch gut eineinhalb Jahre bei seiner Lehrfirma ausübte. Prägend für sein ganzes Leben waren die Kriegswirren, die er hautnah in Europa, Afrika und Amerika miterlebte: Ende 1941 wurde er zur Wehrmacht eingezogen und kam, da er privat bei den Segelfliegern war, zur Luftwaffe. Zunächst wurde Baer in der Wiener Neustadt als Kraftfahrer beschäftigt, bevor er nach Frankreich an die Loire kam.

Über Rom ging es mit dem Zug nach Caserta (Italien). Dort wurde eine Einheit zusammengestellt, die im Rahmen des Afrikafeldzuges nach Tripolis (Libyen) geflogen wurde. Dort und in Tunesien war Bayers Kriegseinsatz. Als verwundeter Kriegsgefangener kam er nach Tobruk und von dort ins Lazarett nach Derna (Libyen). Als Gefangener wurde er im Mai 1943 den Engländern übergeben, danach führte sein Weg in ein Lager nach Algerien. Schließlich landete er in einem Lager in Glasgow (Schottland). Mit einem großen Schiff, das mit rund 4000 Kanadiern, Amerikanern und Deutschen belegt war, ging es im August 1943 auf einer viertägigen Fahrt nach Long Island (USA), bevor die deutschen Gefangenen nach New Mexico kamen. Bei Farmern konnte man dort auf Baumwollfeldern arbeiten.

Ende 1945 ging es dann mit dem Schiff von Boston nach Le Havre (Frankreich). Am 11. Februar 1946 wurde der Jubilar nach Gießen entlassen. Dort musste er sich als Handwerker bei den Amerikanern für ein Jahr Arbeitsdienst verpflichten. Aus einem Jahr sind schließlich fast 40 Jahre geworden, denn Emil Bayer arbeitete beruflich im Bauamt der Amerikaner und überwachte die Bauten und Wohnungen, bis er im Jahr 1984 im Alter von 63 Jahren in den Ruhestand ging.

Auf einer Messe am Oswaldsgarten in Gießen lernte er im Mai 1946 Hilde Schneider kennen, die im Wiesecker Weg in Gießen wohnte und die er am 27. März 1948 heiratete. Aus der Ehe sind Sohn Bernd (2019 verstorben) und Tochter Ursula hervorgegangen. Bayer hat drei Enkel und eine Enkelin sowie sechs Urenkel. Mit seiner Ehefrau Hilde konnte Bayer 2008 die Diamantene Hochzeit feiern. Kurze Zeit nach ihrem 90. Geburtstag verstarb Hilde Bayer am 11. November 2008.

Mit seiner Ehefrau und Bekannten genoss der Altersjubilar stets mittwochs und samstags im Karstadt das Kaffeekränzchen, sonntags ging es auf den Schiffenberg. Die Ehepartner, die immer alles gemeinsam machten, waren als Mitglieder auch lange Jahre aktiv bei der Grüninger Trachtengruppe, in der Schwiegersohn Anton Steidl Vorsitzender ist. Mit der Trachtengruppe waren sie oft auf Reisen unterwegs.

Auch wenn Emil Bayer seine über 60 Jahre gewohnte Umgebung im Wiesecker Weg in Gießen noch in guter Erinnerung hat, fühlt er sich in Hausen im Hause seiner Tochter und ihres Ehemannes wohl. Dort verbringt er jetzt seinen Lebensabend. FOTO: BF

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