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Das Denkmal erinnert an den Völkermord 1915 an christlichen Minderheiten im Osmanischen Reich. FOTO: PM

Einweihung abgesagt

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Pohlheim(pm/srs). Die Stadt Pohlheim hat die für Ende Juni geplante Einweihung des Mahnmals in Erinnerung an die Opfer des Völkermords 1915 an christlichen Minderheiten im Osmanischen Reich abgesagt.

Zu diesem Schritt habe man sich aufgrund der Beschränkungen zum Schutz vor der Corona-Pandemie entschlossen, erklärte Bürgermeister Udo Schöffmann. Er bedauere die Entscheidung. Großveranstaltungen sind noch bis mindestens 31. August untersagt. "Da wir zu dieser Einweihung eine große Zahl an Besuchern erwartet haben, können wir die momentan zwingend einzuhaltenden Abstands- und Hygieneregeln nicht einhalten."

Die Stadt hatte zu der Gedenkstunde Volker Kauder, den ehemaligen Generalsekretär der CDU und langjährigen Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, eingeladen. Kauder, der sich seit vielen Jahren für verfolgte Christen einsetzt und 2014 für sein Engagement von Papst Franziskus mit dem Päpstlichen Gregoriusorden ausgezeichnet wurde, sollte in der Volkshalle in Watzenborn-Steinberg eine Festansprache halten. Die Veranstaltung fällt nun aus, einen Nachholtermin wird es nicht geben, wie Schöffmann auf Nachfrage dieser Zeitung erklärt.

Am 15. Juni ist das Gedenken an den Völkermord vor 100 Jahren. Man freue sich, "dass die Bürger, die Nachfahren der damaligen Opfer sind, mit dem Denk- und Mahnmal einen Ort der Trauer haben", heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Pohlheim. Bürgermeister Schöffmann bittet darum, bei Besuchen des Mahnmals darauf zu achten, die geltenden Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten.

Das Denkmal wurde bereits im November vergangenen Jahres enthüllt. Zwischen 1915 und 1917 wurden im Osmanischen Reich Angehörige christlicher Minderheiten vertrieben und in großer Zahl getötet. Im Kreis Gießen leben zahlreiche Nachfahren der Opfer, mehr als 1000 aramäische, assyrische und chaldäische Familien. Der überwiegende Teil von ihnen wohnt in Pohlheim.

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