Nur Dorf-Güll erreicht Quote

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Pohlheim/Langgöns(pad). In den Kommunen Langgöns und Pohlheim könnte das Internet bald über Glasfaserleitungen kommen. Während die Deutsche Telekom hier bislang keine Ausbaupläne hegt, will die Deutsche Glasfaser in den beiden Kommunen ein Glasfasernetz installieren. Damit sich dies für das Unternehmen mit Sitz in Borken wirtschaftlich lohnt, braucht es eine Mindestanzahl an Nutzern. In Pohlheim ist die sogenannte Nachfragebündelung auf der Zielgeraden, in Langgöns hat sie noch ein paar Wochen Zeit. Bislang ist die notwendige Quote von 40 Prozent nur in einem Ort erreicht.

In Pohlheim endet die Frist am kommenden Montag. Bislang hat lediglich Dorf-Güll die Quote von 40 Prozent überschritten. Da das Unternehmen die Ortsteile einzeln betrachtet, darf sich Dorf-Güll über den Netzausbau freuen. Die anderen Stadtteile sind jedoch davon derzeit weit entfernt: In Holzheim liegt die Quote bei 25 Prozent, in Grüningen bei 24 Prozent. In konkreten Zahlen heißt das: "In Grüningen fehlen noch rund 150 Aufträge und in Holzheim fehlen noch rund 100 Aufträge zur Realisierung des Ausbaus", teilte Marketing-Koordinatorin Katharina Kroll auf Nachfrage der Gießener Allgemeinen Zeitung mit. In Garbenteich und Hausen wollen derzeit je 19 Prozent, in Watzenborn-Steinberg gar nur 10 Prozent der Anschlussinhaber einen Glasfaseranschluss haben.

Bei der Kommunalpolitik ist man über die aktuellen Werte enttäuscht. "Ich war davon überzeugt, dass die Bevölkerung Pohlheims ihren gewählten politischen Vertretern ›Danke‹ sagt und bei dieser Aktion geschlossen mitmacht, die benötigten 40 Prozent Beteiligung erschienen mir leicht zu erreichen. Schließlich würde die ausführende Firma einen Millionenbetrag investieren", sagte Freie-Wähler-Vorsitzender Andreas Schuch. "Das Mitmachen empfinde ich als Ausdruck von Solidarität, gegenüber denjenigen, die einen schnellen Glasfaser Hausanschluss dringend benötigen und schon seit Jahren vergebens darauf warten."

In Langgöns Luft nach oben

In Langgöns läuft die Nachfragebündelung noch bis zum 9. Dezember. Ein Zwischenstand zeigt, dass auch hier noch kein Anschluss sicher ist: In Dornholzhausen wollen 25 Prozent, in Cleeberg 22 Prozent und in Espa 21 Prozent der Anschlussinhaber die Glasfaserleitung. In Niederkleen und Oberkleen sind derzeit die Hälfte der notwendigen 40 Prozent erreicht, im Kernort Lang-Göns haben nur 12 Prozent ihr Interesse bekundet.

Die Cleeberger Ortsvorsteherin Heidi Tonhäuser weist in einer Pressemitteilung auf die Bedeutung des Infrastrukturprojekts hin: "Es ist extrem wichtig, sich der neuen Technik nicht zu verschließen, damit gerade die strukturschwachen Dörfer im Oberen Kleebachtal nicht abgehängt werden." Junge Familien würden sich nur ansiedeln, wenn es eine ordentliche Internetverbindung gebe. Gerade Home-Office-Arbeitsplätze brauchen einen soliden Internetanschluss, ebenso Gewerbebetriebe.

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