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Das Pohlheimer Catering-Unternehmen CKS beklagt massive Umsatzeinbußen durch Corona. 

Caterer ist ratlos

Wie eine Pohlheimer Firma wegen Corona 30.000 Euro Umsatz verloren hat - Kontaktadresse und Hilfe für betroffene Unternehmen

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Die Cateringfirma CKS in Garbenteich kämpft mit den Auswirkungen des Coronavirus. Es gibt zwar kein Krankheitsfall, dennoch schreibt die Firma Verluste.

Matthias Burbach ist ratlos. Einen Krankheitsfall mit Corona gibt es in seiner Cateringfirma in Garbenteich nicht. Und doch ist sein Unternehmen CKS von dem Virus betroffen. "Unsere Umsatzeinbußen belaufen sich in den ersten beiden Märzwochen auf etwa 30 000 Euro", sagt er.

Der Grund: Mehrere Großveranstaltungen, die Burbach und seine Kollegen mit Essen beliefern, sind wegen des Coronavirus in den vergangenen Wochen ausgefallen. Die Messe "Light & Building" in Frankfurt zum Beispiel ist auf Herbst verschoben worden. Ein Seminar einer Versicherung Anfang März wurde in Gießen abgesagt.

"Die Ausfälle treffen uns hart", sagt er. Das Unternehmen feiert in diesem Jahr das 30-jährige Jubiläum. Früher hat CKS in Garbenteich 40 Menschen beschäftigt und das Essen für Kantinen von Großfirmen der Region wie Gail, Heyligenstaedt und Voko zubereitet. Nun bringt die Ausbreitung des Coronavirus das kleine Unternehmen, in dem inzwischen vier Mitarbeiter tätig sind, in Schwierigkeiten.

Coronavirus: Kurzarbeitergeld und Kredite

Ratlos ist Burbach indes aus einem weiteren Grund. Er könnte aufgrund der Umsatzausfälle Hilfe gebrauchen. "Aber ich weiß nicht, wohin ich mich wenden soll."

Dieses Problem teilen zahlreiche Unternehmen der Region. Insbesondere Gastronomen und Caterer sind massiv betroffen. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat ein Konjunkturprogramm wegen des Virus in Aussicht gestellt. Beschlossen ist allerdings noch nichts.

Der Pressesprecher des Kreises Gießen erklärt, man sei im Fall von Corona derzeit eher mit Fragen beschäftigt, die das Gesundheitsamt betreffen.

Hilfreiche Antworten gibt derweil Beate Hammerla, Geschäftsführerin der IHK Gießen-Friedberg. "Unternehmen können bei der Agentur für Arbeit Gelder beantragen, wenn sie wegen Krankheitsfällen durch das Corona-Virus Kurzarbeit anordnen und es zu Entgeltausfällen kommt", sagt sie. Und komme es zu finanziellen Engpässen infolge der Corona-Krise, können heimische Betriebe bei der Bürgschaftsbank Überbrückungskredite erhalten.

Muss ein Unternehmen Mitarbeiter unter Quarantäne stellen, gelten für den Patienten die Regeln für eine Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Diejenigen, die ohne Krankheit vorsorglich unter Quarantäne stehen, haben einen Anspruch auf Verdienstausfall in Höhe ihres Nettoentgelts. Den übernimmt zunächst der Arbeitgeber; innerhalb von drei Monaten kann er einen Antrag auf Erstattung stellen.

Das Bundeswirtschaftsministerium hat unter 0 30/1 86 15 15 15 eine Hotline eingerichtet, unter der Experten montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr Unternehmer-Fragen zu Corona beantworten. 

Hilfreiche Links und Tipps für Unternehmen hat die Industrie- und Handelskammer  in einer Liste zusammengestellt: ww.dihk.de/de/aktuelles-und-presse/coronavirus/faq-18998

In Hüttenberg legt das Coronavirus derzeit eine ganze Firma lahm.

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