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Der Schwerpunkt der Kontrollen lag auf Fahrzeugen mit Gefahrstoffen. In der Regel waren alle Fahrer gut vorbereitet, hatten alle Unterlagen dabei und auch die Lkw waren in gutem Zustand.

Bremsscheiben gerissen

  • vonConstantin Hoppe
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Pohlheim (con). Die Raststätte Limes-West an der A 5 auf Pohheimer Gemarkung: Ein Polizeifahrzeug fährt auf den Rastplatz, gefolgt von einem VW Canyon samt Anhänger. Auf den Fahrer des Pick-up kommt in wenigen Minuten eine unangenehme Überraschung zu, denn seine Fahrt ist gewerblicher Natur und etwas Entscheidendes fehlt in seinem Fahrzeug.

Am Donnerstag stand auf dem Rastplatz eine groß angelegte Kontrollaktion des Polizeipräsidiums Mittelhessen an. Kontrolliert wurden über mehrere Stunden Lastwagen, aber auch andere auffällige Fahrzeuge. Der Fokus lag auf Gefahrstoffen und den entsprechenden Transporten. Die Kontrollen bei Pohlheim waren dabei Teil einer größer angelegten Aktion: Auch auf der A 5 in der Wetterau und auf der B 3 bei Marburg wurde kontrolliert.

Ruhezeiten nachweisen

Auf dem Rastplatz Limes-West wurden 25 Lkw und Kleinlaster kontrolliert, etwa die Hälfte war mit Gefahrgut beladen. Wie Polizeisprecher Jörg Reinemer mitteilte, wurden dabei acht Verstöße gegen die Sozialvorschriften festgestellt, bei acht Fahrzeugen hatten es die Fahrer mit der Ladungssicherung nicht so genau genommen und in einem Fall gab es sogar einen schweren Verstoß gegen die Ladungssicherung. Bei dem mit Motorblöcken beladenen Lkw waren diese unzureichend gesichert. Der Fahrer durfte seine Tour erst fortsetzen, nachdem er die Motorblöcke vorschriftsgemäß auf der Ladefläche befestigt hatte.

An einem spanischen, mit Eisbergsalat beladenen Lastwagen waren die vorderen Bremsscheiben gerissen. Das bedeutete 500 Euro Strafe. Außerdem musste das Fahrzeug auf dem Rastplatz stehen bleiben, bis die defekten Teile ausgetauscht waren.

Zur gleichen Zeit wurden an einem weiteren Fahrzeug Mängel festgestellt. Der Lkw war zu breit. Zulässig sind 2,55 Meter, der Anhänger jedoch war rund zehn Zentimeter breiter, erklärte Polizeihauptkommissar Jürgen Sill. Der Fahrer musste ran und Haken entfernen, an denen die Plane eingehängt war.

Tempo, Technik, Sozialvorschriften wie die Ruhezeiten - auf diese Dinge legten die Beamten wert. »Es gibt viele interessante Aufgaben bei der Autobahn, die spezialisierte Fachleute erfordern«, erklärte Polizeipräsident Bernd Paul, als er sich die Kontrolle anschaute. »Gerade Gefahrguttransporter können potenzielle Bomben sein, wenn sie falsch geführt sind.« Für die Kontrolle waren Polizeibeamte der Verkehrsdienste Gießen und Wetterau, des Ordnungsamts Gießen und der Autobahnpolizei aus Butzbach im Einsatz, darunter auch die Gefahrgutbeauftragten des Polizeipräsidiums.

Bei der eingangs genannten Kontrolle des VW Canyon fiel den Beamten der Autobahnpolizei auf, dass das Fahrzeug kein Kontrollgerät hatte, um die Ruhezeiten nachzuweisen. »Diese müssen auch mit einem solchen Fahrzeug eingehalten werden. Das gilt für den Pick-up mit Anhänger genauso wie für den 40 Tonner«, erklärte der Polizeibeamte, dem das Fahrzeug bereits auf der Autobahn aufgefallen war. Den Fahrer erwarte nun eine Strafe von 1500 Euro, zudem hätte er eigentlich sein Fahrzeug auf dem Rastplatz stehen lassen müssen. Aber die Polizeibeamten drückten noch mal ein Auge zu: Der Fahrer war auf dem Weg zu seiner Firma in Lich, bis dorthin durfte er dann doch weiterfahren.

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