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Der Biber vom Flachsbach

  • vonRoger Schmidt
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Diese Meldung kommt nicht aus Biebertal - auch wenn der Protagonist vom Namen her dort gut hinpassen würde: Am Wochenende wurde in der Gemarkung Watzenborn-Steinberg ein Biber gesichtet. Ort der Sichtung in Pohlheim war am Ufersaum des Flachsbaches, in Fließrichtung Bruchspielplatz. Auf dem Bild von Fotograf Arne Sandhof sieht man von dem schlafenden Biber lediglich seine "Kelle", wie man seinen breiten, flachen Schwanz nennt, erklärt der Vorsitzende der Vogelschutzgruppe Watzenborn-Steinberg, Klaus-Dieter Schmandt.

Der bis zu 1,40 Meter lange und 30 Kilogramm schwere Biber ist seit dem 16. Jahrhundert in Hessen ausgerottet. Mitte der 1980er Jahre wurden einige Exemplare im Spessart ausgewildert. Da sich die Population in den letzten Jahren sehr vermehrt hat, müssen sich vor allem die Jungtiere nach dem ersten Winter ein neues Revier suchen. Dabei ziehen sie entlang von Flüssen und Bächen bis sie zu geeigneten Revieren kommen. Dies sind in der Regel naturnahe Gewässer mit einer geeigneten Ufervegetation in der vor allem Weichhölzer wachsen - etwa Weide oder Pappel. Von diesen Bäumen mit ihren Blättern und Rinde ernähren sie sich. Wichtig für die friedlichen Nager sind intakte, vernetzte Gewässer, an denen sie ihre Baue anlegen und geeignete Bäume finden können.

Da kann das Naturschutzgebiet Lückebachaue ein wichtiges Puzzleteil einnehmen, ist sich Schmandt sicher. "Dass die Biber jetzt auch in Watzenborn-Steinberg angekommen sind, ist ein gutes Zeichen für die Natur unserer Heimat."

Artgenossen sind bereits an der Wetter bei Ober-Bessingen nachgewiesen.rge/FOTO: SANDHOF

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