Windrad

Aufregung "herunterfahren"

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Pohlheims Bürgermeister ist irritiert über die Reaktion auf die Windradpläne auf Fernwalder Gemarkung

Die Pläne Pohlheims, ein Windrad auf einem Gelände im Besitz der Stadt auf Fernwalder Gemarkung errichten zu lassen, hat hohe Wellen geschlagen. Nun meldet sich Udo Schöffmann, Pohlheims Bürgermeister zur Wort.

Die Reaktion seines Fernwalder Amtskollegen habe ihn überrascht, erklärt Schöffmann in einer am Mittwoch veröffentlichen Pressemitteilung. Bechthold hatte kritisiert, es habe im Vorfeld der Pohlheimer Entscheidung keine Informationen gegeben und er habe erwartet, "dass man wenigstens ein Gespräch führt." Schöffmann entgegnet, der Fernwalder Rathauschef sei bereits am 4. Juni von den Investoren informiert worden, "dass sie auch mit der Stadt Pohlheim konkret über eine Anpachtung von Flächen verhandeln." Am 7. Juni soll es auch ein Gespräch zwischen den Bürgermeistern Bechthold und Schöffmann zu dem Thema gegeben haben. Zudem hätten die Investoren die Vorsitzenden der Fernwalder Fraktionen am 12. Juni informiert, dass mit der Stadt Pohlheim Gespräche zur Anpachtung geführt würden.

"Umso erstaunlicher ist jetzt die Reaktion von Bürgermeister Bechthold, dass er den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung von Pohlheim befremdlich findet und es ein unfreundlicher Akt aus Pohlheim sei."

Der Höhlerberg, auf dem ingesamt nun fünf Windräder entstehen sollen, ist im Teilregionalplan Energie Mittelhessen als "Windvorrangfläche" ausgewiesen. Schöffmann betont: Der Gemeinde Fernwald sei es freigestanden, sich dagegen zu positionieren. Dies sei aber nicht geschehen. Die Regionalversammlung hat den Teilregionalplan im November 2016 beschlossen. "Dies geschah mit der Stimme von Bürgermeister Bechthold, der Mitglied der Regionalversammlung ist."

Pohlheim sei von Anfang an in das Projekt eingebunden gewesen, betont Schöffmann außerdem. Die ersten Gespräche zu diesem Projekt habe es bereits am 18. August 2015 im Büro Bechtholds zwischen Vertretern der Firma Köhler und den Bürgermeistern aus Fernwald, Lich und Pohlheim gegeben. Damals war noch geplant, einen mit Bürgerbeteiligung finanzierten Windpark zu errichten. Dies zerschlug sich, doch die Investoren hielten an der Idee des Windparks fest. Schöffmann betont, Bechthold habe schon damals auch sechs mögliche Windräder befürwortet.

"Jetzt gilt es die Aufregung wieder herunterzufahren", erklärt der Pohlheimer Bürgermeister. Im Fall der Verpachtung der Flächen in Privatbesitz für vier weitere Windanlagen auf dem Höhlerberg habe es keine verärgerten Reaktionen gegeben. Schöffmann appelliert: "Die jeweiligen demokratischen Entscheidungen sind zu akzeptieren und zu respektieren".

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