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Adalbert Wollrab feiert 90. Geburtstag

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Von: Roger Schmidt

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Seinen 90. Geburtstag feiert am heutigen Samstag Professor Adalbert Wollrab in Watzenborn-Steinberg. Der Pohlheimer wurde am 9. Juni 1928 in Saaz im Sudentenland geboren. Im Kriegsjahr 1944 wurde er von der Schulbank weg als Luftwaffenhelfer zur Flak eingezogen. Nach Kriegsende erfolgte seine Anerkennung als deutscher Antifaschist und mit seiner Mutter verblieb er, als einer der wenigen Sudetendeutschen, die nicht vertrieben worden sind, in der Tschechischen Republik. Der Vater starb in russischer Kriegsgefangenschaft.

Seinen 90. Geburtstag feiert am heutigen Samstag Professor Adalbert Wollrab in Watzenborn-Steinberg. Der Pohlheimer wurde am 9. Juni 1928 in Saaz im Sudentenland geboren. Im Kriegsjahr 1944 wurde er von der Schulbank weg als Luftwaffenhelfer zur Flak eingezogen. Nach Kriegsende erfolgte seine Anerkennung als deutscher Antifaschist und mit seiner Mutter verblieb er, als einer der wenigen Sudetendeutschen, die nicht vertrieben worden sind, in der Tschechischen Republik. Der Vater starb in russischer Kriegsgefangenschaft.

Nach dem Abitur studierte er an der Karlsuniversität in Prag Chemie und promovierte 1958. Er arbeitete dann bis 1968 in der chemischen Forschung am Institut für organische Chemie und Biochemie an der Tschechoslowakischen Akademie der Wissenschaften in Prag. Aufgrund seiner wissenschaftlichen Arbeiten wurde ihm im Jahre 1962 dort die Würde eines Kandidaten der Wissenschaften zuerkannt.

Nach der sowjetischen Invasion, die zum Ende des »Prager Frühlings« führte, flüchtete er 1968 mit seiner Familie in die Bundesrepublik Deutschland. Drei Jahre war er zunächst im Schuldienst als Gymnasiallehrer an der Tilemannschule in Limburg tätig. 1971 erhielt er einen Ruf als Professor an die Justus-Liebig-Universität in Gießen. Dort leitete er viele Jahre als geschäftsführender Direktor das Institut für Didaktik der Chemie. Seine Emeritierung erfolgte im Jahr 1993.

Neben vielen wissenschaftlichen Veröffentlichungen auf dem Gebiet der organischen Chemie und Didaktik der Chemie verfasste er das Lehrbuch für Gaschromatographie, ein Buch für Chromatographie an der Schule und das Lehrbuch Organische Chemie für Studenten des Lehramts, das im Springer-Verlag bereits in der vierten Auflage erschien.

Seine wissenschaftlichen Arbeiten wurden international gewürdigt, so 1988 mit einer Medaille der Universität Lodz (Polen) mit der Ernennung 1992 zum »Honorary Fellow« an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Karlsuniversität in Prag und 1993 mit der Verleihung der Hanuš-Medaille der Tschechischen chemischen Gesellschaft. Seit 2002 ist er Mitglied der Sudentendeutschen Akademie der Kunst und Wissenschaften in München. Er lebt heute in Pohlheim. Seine Hobbys sind bis heute Sprachen und Orgelspiel. Zu den ersten Gratulanten am Samstag gehören neben seiner Frau Maja und der Familie ihrer Tochter mit Enkelin unter anderem auch Pohlheims Bürgermeister Udo Schöffmann, der dem Jubilar die besten Wünsche vom Ministerpräsidenten, der Landrätin und dem Magistrat der Stadt übermitteln wird. Die Justus-Liebig-Universität wird ihn zudem am Dienstag im Rahmen eines Kolloquiums ehren. (Foto: rge)

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